Aare
Die Stauwehre bei Schinznach-Bad und Brugg werden abgerissen – ein Test hat gezeigt: Es braucht sie gar nicht

Die Aare zwischen Schinznach-Bad und Brugg kann bald wieder frei fliessen. Ein Versuch hat gezeigt, dass es auch ohne die Stauwerke geht.

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Das Stauwehr zu sanieren würde teurer kommen, als es abzureissen.

Das Stauwehr zu sanieren würde teurer kommen, als es abzureissen.

Michael Hunziker

(kob) Ab Wildegg bis zum Stauwehr bei Schinznach-Bad fliesst die Aare in Dämme gefasst, die Wasserhöhe wird reguliert. Nur ein kleiner Teil nimmt den Weg des ursprünglichen Flusslaufs, der heute eine Auenlandschaft ist. Hier passiert das Wasser die beiden Hilfswehre in Schinznach-Bad und Brugg. Sie produzieren keinen Strom, sondern sollen dafür sorgen, dass der Grundwasserspiegel hoch bleibt.

Doch nicht mehr allzu lange, wie das Regionaljournal Aargau Solothurn von SRF berichtet. Die beiden Wehre sollen abgerissen werden und die Aare kann auf einer Strecke von rund drei Kilometern wieder frei fliessen. Das ist gut für die Natur, denn die Bauten haben Fische behindert und Schlamm sowie Steine aufgehalten, die der Fluss mit sich führt und die wichtig für Wassertiere sind.

Ein Versuch hat gezeigt, dass es die Wehre gar nicht braucht. Die Betreiberin Axpo hatte über zwei Jahre die Schleusen geöffnet, um dies zu testen.

Abreissen ist günstiger

Zwei Varianten wurden nun durchgerechnet: Die beiden Bauten sanieren oder abreissen. Auch wenn die Schleusen offen bleiben, ist eine Sanierung nötig, um den Zerfall der Gebäude zu verhindern. Zusätzlich müsste das Geröll mit Baggern bewegt und für die Fische eine Fischtreppe gebaut werden. Weil dies mit 27 Mio. Franken deutlich teurer kommt, als sie abzureissen (10 Mio. Franken), werden sie 2024 entfernt.

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