Suhr
Zugunfall in Suhr: Eine Augenzeugin berichtet

Zum tragischen Unfall in Suhr bleibt auch am Tag danach die wichtigste Frage offen. Bisher weiss niemand, warum und aus welcher Richtung die beiden tödlich Verunfallten das Gleis der Wynental- und Suhrentalbahn betreten haben.

Toni Widmer
Drucken
Teilen
Der Unfallort bei Suhr.

Der Unfallort bei Suhr.

Toni Widmer

Es gibt keine Veranlassung, an der Unfallstelle das Gleis zu betreten. Am viel befahrenen Knoten ausgangs Suhr in Richtung Gränichen gibt es eine sichere Personenunterführung. Bisher hat die Polizei auch keine Zeugen gesehen, die den Unfall direkt beobachtet haben oder Angaben darüber machen können, woher die 38-jährige Frau und der gleichaltrige Mann gekommen sind. «Verschiedene Leute haben uns berichtet, sie hätten einen Knall gehört und seien sofort an die Unfallstelle geeilt. Bisher konnte uns aber niemand sagen, wie der Unfall genau abgelaufen ist», erklärte Max Suter, Mediensprecher der Kantonspolizei, am Freitage gegenüber az.

«Wir können nach wie vor lediglich darüber spekulieren, woher die beiden Personen gekommen und wie sie auf das Bahngleis geraten sind», sagte Suter weiter. Die Polizei suche Zeugen, welche nähere Angaben zum Geschehen machen können (Hinweise unter 062 835 80 20).

Abendspaziergang? Sport?

Die Opfer - eine 38-jährige Frau und ein gleichaltriger Mann aus der Region - waren miteinander befreundet, lebten aber nicht im gleichen Haushalt. Weil an der Unfallstelle zwei Walkingstöcke gefunden worden sind, geht die Polizei davon aus, dass sie sich auf einem Abendspaziergang befunden haben. Allzu sportlich dürften die beiden jedenfalls kaum unterwegs gewesen sein; die Frau trug offene Sandalen mit Absätzen.

Max Suter kann sich vorstellen, dass die Frau und der Mann auf dem Trottoir neben dem Gleis südwärts unterwegs waren und die sich nähernde Zugskomposition im Rücken hatten. Das Trottoir ist bis kurz vor die Kreuzung mit einem Geländer vom Gleis getrennt. «Vielleicht», sinniert der Mediensprecher, «sind sie am Ende dieses Weges unvermittelt auf die Fahrbahn der Wynemattstrasse und damit auf das Bahngleis getreten.» Das, bekräftigt Suter, «sei jedoch reine Spekulation». Aufgrund der bisherigen Ermittlungen gäbe es diesbezüglich noch keine konkreten Ergebnisse.

Keine akustische Warnanlage

Der Bahnübergang ist mit Ampeln gesichert, aber nicht mit einer akustischen Warnanlage. Das könnte die These von Suter stützen, die beiden tragisch Verunfallten seien mit dem Zug im Rücken auf die Kreuzung zu marschiert. Die modernen Triebwagen der Bahn sind auf der belebten Kreuzung kaum zu hören. Der Knoten ist jedoch sehr übersichtlich. Wer sich umsieht, dem kann dort eine sich nähernde Zugskomposition kaum entgehen.

Bei einem Bahnunfall in Suhr sind zwei Personen ums Leben gekommen
3 Bilder
Ein Bahnunfall in Suhr kostet zwei Menschen das Leben
Bei einem Bahnunfall in Suhr sind zwei Personen ums Leben gekommen

Bei einem Bahnunfall in Suhr sind zwei Personen ums Leben gekommen

Toni Widmer

Aktuelle Nachrichten