Aarau

Wahlkampfstart mit einer Bundesrätin zum Anfassen: Das war das Wahlfest der SP Aargau

Mit einem Fest auf dem Aarauer Schlossplatz leitete die SP Aargau am Samstag ihren Endspurt im eidgenössischen Wahlkampf ein. Mittendrin: Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

Rote Ballons und Wimpelgirlanden wehten am Festzelt, an den Bänken darunter wurde gescherzt und zugeprostet, auf dem Grill brutzelten Würste. Am Wahlfest der SP Aargau auf dem Schlossplatz in Aarau lag Quartierfeier-Romantik in der Luft.

Viele bekannte Figuren aus der SP waren unter den Besuchern auszumachen, die eifrig Hände schüttelten und sich mit den Wählerinnen und Wählern unterhielten. So mischten sich neben den angekündigten Gastrednern Nationalrat Cédric Wermuth, Ständerätin Pascale Bruderer, Nationalrätin Yvonne Feri und Landammann Urs Hofmann etwa auch Grossrätin Lelia Hunziker, Ratskollege Florian Vock oder die Wettinger Einwohnerrätin Mia Gujer unters Volk.

Bald richtete sich die Aufmerksamkeit der Feiernden auf den schwarzen Tesla, der am Schlossplatz vorfuhr. Dem Elektroflitzer entstieg niemand Geringeres als Bundesrätin Simonetta Sommaruga, die sogleich herzlich von ihren Parteigenossinnen und -genossen in Empfang genommen wurde. Die SP-Magistratin gab sich volksnah, nahm sich Zeit für ein Gespräch mit den Aarauerinnen und Aarauern und posierte für Selfies.

Impressionen vom SP Wahlfest mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga auf dem Schlossplatz in Aarau

Impressionen vom SP Wahlfest mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga auf dem Schlossplatz in Aarau

Klimawandel, Bundesbahnen und Lohngleichheit

«In sechs Wochen fällt die Entscheidung», stimmte die Aargauer SP-Präsidentin Gabriela Suter das Publikum ein. Und sie stellte die Frage: «Schaffen wir es, eine ökologische und soziale Wende in der Schweiz herbeizuführen?» Der Blick auf die Wahlprognosen stimme sie zwar zuversichtlich. Doch die SP müsse nun mobilisieren, um diese Wende auch wirklich zu realisieren. Besonders die jungen Wähler gelte es an die Urnen zu locken.

Dann gab Suter die Bühne für Simonetta Sommaruga frei. Die Bundesrätin eröffnete ihre Rede mit einer «guten Nachricht» und schmunzelte in Richtung von Nico Zobrist. Der Unterentfelder Juso-Politiker ist einer der 61 Schweizer Jugendlichen, die für einen Sitz im Nationalrat kandidieren – und durfte just am Samstag seinen 18. Geburtstag feiern. «Nun bist du volljährig und kannst dich selbst wählen», scherzte Sommaruga, ehe sie sich ernsteren Themen zuwandte.

Die SP-Magistratin eröffnete ihre Ansprache mit dem Thema Klimawandel und erklärte, die Schweiz hänge «am Tropf ausländischer Staaten». Mehr Sonne und weniger Öl müsse in Zukunft die Devise sein, dies schaffe auch hierzulande mehr Arbeitsplätze. Dann lenkte Sommaruga das Thema auf die SBB, die derzeit an vielen Fronten Kritik einstecken müssen. «Das Schweizer Volk verlangt zu Recht viel von den SBB», sagte die Bundesrätin. Man dürfe aber nicht vergessen, was wir an den SBB haben. Sommaruga erklärte: «Ich will die Bahnen stärken, nicht schwächen.»

Werbetrommel für Cédric Wermuth als Stöckli-Erben

Abschliessend kam die Bundesrätin auf die Lohngleichheit zu sprechen. Diese habe in den letzten Jahren viel Arbeit gekostet. Arbeit, die sich gelohnt habe. «Wir mussten um jede einzelne Stimme kämpfen.» Doch man habe sich von all den Skeptikern und Bremsern nicht stoppen lassen. «Wenn es um die Gleichstellung geht», so die Bundesrätin, «passiert ohne die SP nichts.»

Die scheidende Ständerätin Pascale Bruderer lobte die Arbeit von Sommaruga und erklärte, wie positiv sich der Kanton Aargau in den letzten Jahren verändert habe. Dann rührte sie vorwiegend die Werbetrommel für ihren potenziellen Nachfolger im Ständerat, Cédric Wermuth.

Der Aargau sei kein zentrumsorientierter Kanton wie viele andere, sondern von seinen individuellen Regionen geprägt. Wermuth kenne die Anliegen dieser Regionen bestens, hat er doch in den letzten Monaten rund 60 Hausbesuche bei Aargauer Wählerinnen und Wählern gemacht. Bruderer habe grossen Respekt vor Wermuth, denn er rücke stets den Menschen in den Fokus seiner Politik. «Ich hoffe, dass es dir gelingt», sagte Bruderer zu Wermuth. «Ich hoffe es nicht nur für dich, sondern vor allem für den Kanton Aargau.»

Für diesen Werbespot Bruderers bedankte sich der Ständeratskandidat mit einer Umarmung und wiederum netten Worten für die abtretende Politikerin. Man werde Bruderer vermissen, ihre 22 Jahre in der Politik seien ein «Lebensengagement» gewesen.

Mit Blick auf den Wahlkampf mahnte Wermuth: «Wir müssen es schaffen, die Interessen der Menschen wieder ins Zentrum zu stellen und eine Wende im Gesundheitswesen und der Pflege herbeizuführen.»

Meistgesehen

Artboard 1