Das neue Teilfahrverbot Goldern/Gönhard (seit 1.1.) gibt in den Kommentarspalten von aargauerzeitung.ch zu reden. «Die Stadt Aarau hat wieder einmal ein absurdes Verkehrsregime geschaffen», schreibt etwa User «tw40»: «Das neue Fahrverbot trennt im Gönhardquartier ein natürlich zusammengehörendes Wohngebiet der Gemeinden Suhr und Aarau durch Fahrverbote, die auf den Quartierstrassen mitten im Quartier auf dem Gebiet der politischen Gemeinde Aarau beginnen. Quartierbewohner, die auf Suhrer Seite wenige Meter vom Aarauer Fahrverbot weg wohnen, müssen künftig grosse Umwege fahren. Aarauerinnen und Aarauer wenige Meter entfernt, fahren auf direktem Weg an ihren Wohnort.»

Ein anderer Kommentator will wissen, ob «eine vernünftige Nutzung der Zufahrten» zum Kantonsspital Aarau und zum Altersheim Lindenfeld (Suhr) «ohne die obligaten 100 Fränkli» noch möglich sei. Weiter fragt etwa Leser Roland Schmid: «Wenn ich von Entfelden her komme mit dem Auto und auf die Keba zum Schlittschuhlaufen oder aufs Brügglifeld zum Fussball will, darf ich mich auf den Keba/Brügglifeld-Parkplatz via Goldern straffrei zubringen ... oder doch nicht!?» Ein anderer meint es zu wissen: «Die Lage ist völlig klar: Es dürfen nur Anwohner des Gönhard/Goldern-Quartiers durchfahren und Leute, die im Quartier etwas zu erledigen haben. Keba und Brügglifeld befinden sich in Suhr. (...) Wer in die Keba oder ins Brügglifeld will, muss ab sofort durch Suhr fahren (via Gönhardweg Suhr und Weiherweg Suhr).»

Suhr wollte nicht

Stadträtin Suzanne Marclay-Merz bestätigt, dass sich auch bei der Stadtpolizei Leute gemeldet hätten, die mit dem neuen Regime nicht ganz klarkommen. «Insgesamt werden aufgrund der Rückmeldungen in den nächsten Tagen noch kleinere Anpassungen an der Signalisation vorgenommen, um die bestehenden Unsicherheiten zu adressieren», schreibt die Aarauer Polizei-Vorsteherin auf Anfrage der AZ.

Denn bislang stand auf allen Fahrverbotstafeln nur, dass der Zubringerdienst ins Gönhard- und Goldern-Quartier gestattet sei. Es fehlen aber laut Marclay-Merz bei einigen Tafeln noch Zusätze. An der Südallee (von der Tramstrasse herkommend) wird beispielsweise das Teilfahrverbot noch mit einer Distanztafel «mit Beginn Tellstrasse» versehen. «Die Zu- und Wegfahrt zum KSA bleibt weiterhin sowohl von der Entfelder- als auch von der Tramstrasse her möglich», betont Marclay-Merz.

Und es soll auf einigen Tafeln auch vermerkt werden, dass die Zufahrt zu den Sportanlagen Brügglifeld/Keba gestattet ist. Marclay-Merz schreibt: «Der Gemeinderat Suhr lehnte seinerzeit den Einbezug des Aarauerfeldes in den Teilfahrverbotsperimeter zwischen der Entfelderstrasse und Tramstrasse ab. Von Aarau zugesichert wurde, dass die Zufahrt zum Aarauerfeld (Perimeter zwischen Neue Aarauerstrasse/Südallee/Bachstrasse) via Südallee weiterhin möglich bleibt, analog dem bisher geltenden Fahrverbot für Lastwagen.  Somit dürfen die Liegenschaften im Perimeter Neue Aarauerstrasse/Südallee/Bachstrasse (Gemeindegebiet Suhr) auch von der Entfelderstrasse her angefahren werden. Dies gilt auch für das Restaurant Sportplatz, das Brügglifeld und die KEBA.»

Für das Pflegeheim Lindenfeld, das ausserhalb des Teilfahrverbots-Perimeters liegt, gilt: Zufahrt via Goldern-Gönhard verboten. «Die Zufahrt zum Lindenfeld hat über die Tramstrasse respektive Südallee zu erfolgen», sagt die Aarauer Polizei-Vorsteherin.

Stellt sich die Frage, wie die Einhaltung des Fahrverbots kontrolliert werden soll. Suzanne Marclay-Merz kündigt an, die Stadtpolizei werde «nach einer Karenzzeit von einigen Wochen» und dann, wenn alle Tafeln komplett sind, mit gezielten Kontrollen beginnen. Über die Art der Kontrollen und deren Umfang werde man keine Auskunft geben.