Aarau

Untergrund des «Der Bestatter»-Finales: Die Sanierung ist dringend

Hélène Klemm führt eine Gruppe durch den begehbaren Teil der Meyerschen Stollen. Die Sicherheit ist seit Jahren ein Thema. zvg

Hélène Klemm führt eine Gruppe durch den begehbaren Teil der Meyerschen Stollen. Die Sicherheit ist seit Jahren ein Thema. zvg

Ein Teil der Meyerschen Stollen im Aarauer Untergrund muss dringend saniert werden. Die Eigentümerschaft ist ungeklärt. Noch diesen Sommer sollen aber die Stützungsarbeiten ausgeführt werden. Im Jahr 2013 haben über 700 Personen die Stollen besucht.

Ein Teil der Meyerschen Stollen im Aarauer Untergrund muss dringend saniert werden. Doch weil noch immer offen ist, wie der einmalige Industriezeuge unter Schutz gestellt werden soll, geht es nicht vorwärts. Federführend ist seit einem guten Jahr nicht mehr die Kantonsarchäologie, sondern der aargauische Denkmalschutz.

Problematisch ist laut IG-Präsident Andreas Zimmerli vor allem das nördliche Teilstück unter der Laurenzenvorstadt und am Tellirain. Spezielle Probleme bereitet der Übergang zwischen den felsigen Auflagern und den gebrannten Gewölbesteinen. Die Stützen sind zum Teil bis hinter die Steine ausgebrochen. Weil noch heute ständig Wasser durch die Stollen fliesst, ist stellenweise auch die Stollensohle ausgewaschen.

Die Zugänglichkeit und die Sicherheit für Besucherinnen und Besucher ist seit Jahren ein Thema. Weil die IG finanziell nur über kurze Spiesse verfügt, hat man sich bis jetzt mit provisorischen Notmassnahmen begnügen müssen.

Wem gehören die Stollen?

Eine Begehung mit der kantonalen Denkmalpflege, mit dem Stadtbauamt Aarau und mit Fachleuten hat im letzten November ergeben, dass in diesem Bereich Stützungsarbeiten «dringlichst» an die Hand genommen werden müssen. Hilfe von der öffentlichen Hand ist im Moment nicht zu erwarten, weil die Frage nach der Eigentümerschaft nach wie vor pendent ist.

Entsprechende juristische Abklärungen unter Leitung des Denkmalschutzes sind im Gange. Es gilt zu bestimmen, ob die Stollen dem Kanton Aargau oder den oberirdischen Grundbesitzern gehören. Wegen der unsicheren Rechtslage hat auch der Aarauer Stadtrat bereits im Jahre 2012 ein Gesuch um finanzielle Unterstützung zurückgestellt.

Die IG Meyersche Stollen will deshalb ein Zeichen setzen und Nägel mit Köpfen machen. Die Generalversammlung bewilligte angesichts der Dringlichkeit einen Kredit von 15 000 Franken für Sanierungsarbeiten, die laut Andreas Zimmerli «noch in diesem Sommer ausgeführt werden sollen». Der Aufwand wird im vollen Umfang aus dem ausgewiesenen Vereinsvermögen von rund 25 000 Franken bestritten.

Vorgängig finden bereits im Frühling Gespräche zwischen der Denkmalpflege, der römisch-katholischen Kreiskirchgemeinde (Eigentümerin im betroffenen Abschnitt) und der IG statt. In der Prioritätenliste zurückgestuft wird auf der anderen Seite die Freilegung des verschütteten «Mammut-Kellers» auf der Südseite des Pfarrhauses, des ehemaligen Wohnhauses von Johann Rudolf Meyer Sohn.

Noch immer viele Besucher

Nach wie vor gross ist die Nachfrage nach Führungen durch den noch begehbaren Teil der Stollen im nördlichen Abschnitt. Hélène Klemm und Mitglieder der Pfadfinderabteilung St. Georg haben im vergangenen Jahr total 713 Personen einen Einblick in das historische Kulturgut ermöglicht. Die Frequenz ist seit der Eröffnung des Aufschlusses der Meyerschen Stollen am Aarauer Bahnhof im Herbst 2010 leicht rückläufig.

Das unterirdische Bauwerk aus dem frühen 19. Jahrhundert hat auch Eingang gefunden in die letzte Folge der zweiten Staffel der TV-Krimireihe «Der Bestatter».

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