Suhr
Geht das Bündnis Zukunft Suhr mit einer «Lex Genoni» in die Wahlen?

Im einem neuen Leitbild präsentiert die parteiübergreifende Gruppierung unter anderem einen Grundsatz für Verbindlichkeit bei den gefassten Parolen. Mit dem letztjährigen Ausscheren von Gemeindepräsident Marco Genoni beim Zukunftsraum habe dies aber nichts zu tun.

Daniel Vizentini
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Letztes Jahr kämpfte Zukunft Suhr noch für ein Ja zum Zukunftsraum.

Letztes Jahr kämpfte Zukunft Suhr noch für ein Ja zum Zukunftsraum.

Daniel Vizentini (25.8.2020)

Diskret präsentierte das parteipolitische Bündnis Zukunft Suhr (Grüne, SP, CVP, EVP, Grünliberale und Parteilose) diese Woche per E-mail-Newsletter dessen neues Leitbild. Nebst demokratischen Maximen wie «wir treten in Dialog mit politisch Andersdenkenden» und «respektieren andere Meinungen innerhalb und ausserhalb von Zukunft Suhr», liest man auch folgende Richtlinie:

«Verbindlichkeit: Wir fassen eine Parole und stehen als ‹Zukunft Suhr› dafür ein».

Letztes Jahr hatte sich Zukunft Suhr für die Grossfusion im Zukunftsraum Aarau ausgesprochen, von ihren drei Gemeinderäten stimmte aber ausgerechnet Gemeindepräsident Marco Genoni im Rat dagegen, als Gremium empfahl der Suhrer Gemeinderat in der Folge ein «Nein» zum Zukunftsraum. 54,6 Prozent des Suhrer Stimmvolks bestätigte diese Empfehlung dann an der Urne.

Joachim Greuter, Präsident von Zukunft Suhr.

Joachim Greuter, Präsident von Zukunft Suhr.

Handelt es sich beim Satz im neuen Leitbild von Zukunft Suhr nun etwa um eine Art «Lex Genoni»? Joachim Greuter, seit August Präsident des Bündnisses, winkt ab: Der Eindruck einer «Lex Genoni» sei eindeutig überinterpretiert. Er sagt:

«Als neuer Präsident hatte ich den Eindruck, eine Vision wird uns gut tun, unter anderem um im Wahlkampf darauf Bezug nehmen zu können.»

Dabei habe er die Erfahrungen aus seinem Beruf einfliessen lassen: Joachim Greuter ist Geschäftsführer von Rail Plus, die Kooperationsplattform von vielen Meterspur-Regionalbahnen wie die WSB/AVA. Ähnlich wie in den meisten modernen Betrieben werden auch dort solche Leitungsgrundsätze aufgeführt.

Nachdem die eher bürgerlich ausgerichtete IG Pro Suhr im Januar bekanntgab, als «ideologiefreie Organisation» künftig in der Suhrer Politik mitzumischen, rüstet sich auch Zukunft Suhr für die Gemeinderatswahlen im Herbst: «Wir haben eine super Kerngruppe mit neu über 25 Mitgliedern. Wir konnten in den letzten Monaten fünf neue, junge Mitglieder gewinnen und haben viel Drive», sagt Joachim Greuter.

Gemeindepräsident Marco Genoni, Mitglied von Zukunft Suhr.

Gemeindepräsident Marco Genoni, Mitglied von Zukunft Suhr.

Welche Gemeinderäte treten zur Wiederwahl an?

Betreffend den Wahlen halten die Suhrer Gemeinderäte ihre Karten noch gedeckt. Laut Marco Genoni will das Gremium Ende Monat darüber beraten und danach gemeinsam kommunizieren, wer zur Wiederwahl antritt und wer nicht.

Nebst Marco Genoni (parteilos) sitzen auch Thomas Baumann (Grüne) und Oliver Krähenbühl (SP) für das Bündnis Zukunft Suhr im Gemeinderat. Weitere Mitglieder sind Vizepräsidentin Carmen Suter-Frey (parteilos, bürgerlich gesinnt) und Daniel Rüetschi (FDP).