Aarau
Stadion-Beschwerde: Jetzt bloss nicht die Nerven verlieren

Die Beschwerde gegen das neue Aarauer Fussballstadion verzögert den Bau. In seinem Kommentar zeigt sich Thomas Röthlin, stellvertretender az-Chefredaktor, zuversichtlich: «Auf dem Rechtsweg verhindern kann man das Stadion nicht mehr.»

Thomas Röthlin
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Das neue Aarauer Fussball-StadionTorfeld wird vorerst nicht bewilligt – wegen einer Beschwerde in letzter Minute.

Das neue Aarauer Fussball-StadionTorfeld wird vorerst nicht bewilligt – wegen einer Beschwerde in letzter Minute.

ZVG/AZ

Die Fassungslosigkeit, die sich gestern im Aargau breitgemacht hat, kommt fast an jene in Belo Horizonte heran. Im Weltfussball wurde Brasilien von den Deutschen mit eins zu sieben versenkt, einer gegen alle heisst es im Powerplay um ein neues Stadion für den FC Aarau. Ausser sich sind die Fussballfans, seit sie wissen, dass eine einzige Beschwerde gegen die sehnlichst erwartete Baubewilligung das Projekt um Jahre verzögern kann.

Thomas Röthlin

Thomas Röthlin

Aargauer Zeitung

Fakt ist: Der Stadtrat hat nach zähem Ringen ein Bauvorhaben bewilligt, das fast alle Interessen der Fussballer, Zuschauer, Mantelnutzer, Verkehrsteilnehmer und Anwohner vereint. Einer von ihnen ist zwar immer noch nicht zufrieden, doch die bisherige Geschichte mit all den politischen und juristischen Entscheiden und Kompromissen zeigt: Auf dem Rechtsweg verhindern kann man das Stadion nicht mehr.

Nur: Der Weg ist lang. Irgendwann könnte der Bauherrin, die auf eine Rendite wartet, der Geduldsfaden reissen. Eine richterliche Bestätigung, dass die Baubewilligung rechtskräftig ist, würde bei einem Rückzug der HRS als Mitinvestorin dann nichts mehr nützen. Deshalb sollten die Behörden nichts unversucht lassen, sich mit dem Beschwerdeführer gütlich zu einigen. Dass sie es können, haben sie mit den vielen besänftigten Einsprechern bewiesen.