Suhr
Schnittige Bubenträume für Schiene und Vitrine

In der Bärenmatte in Suhr konnte am Wochenende viel Spielzeug bewundert werden: Rund 1000 Besucher zog es an die 27. Modellbahn- und Spielzeugbörse.

Sybille Haltiner
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Jung und Alt erfreuten sich: Bubenträume für Schiene und Vitrine
13 Bilder
Die Auswahl an Eisenbahnung und Autos war riesig und zog vor allem männliche Besucher an
Der 8-jährige Michael Messerli spielt gerne mit Autos
Alexander Vogel mit seinem neuen Bentley, einem Modell des schnellsten Bentleys, den es gibt
Für diesen Mini muss man das grosse Portemonnaie dabei haben
Auch Baumaschinen können begeistern
Eine bunte Auswahl an Modellautos hielten Hobbyanbieter und Händler bereit
Modelleisenbahnwagen in allen Varianten wurden angeboten
Fritz Bieri (links) sowie Lisette und Willy Feuerstein haben zusammen bereits die 27
Marc Wehinger begutachtet eine Lokomotive, die ihm ein Ausstellungsbesucher zum Prüfen brachte
Stöbern und Suchen ist die Leidenschaft vieler Sammler
Ja, auch Frauen können sich für Autos begeistern
So könnte eine Anfänger-Anlage aussehen

Jung und Alt erfreuten sich: Bubenträume für Schiene und Vitrine

Sybille Haltiner

in der Bärenmatte Suhr jeder sein Traumauto leisten. Sportwagen, Oldtimer, Luxuskarosse: Alles im erschwinglichen Bereich.

Leider waren die schnittigen Wagen nicht für die Landstrasse geeignet, sondern nur für die Vitrine oder die Spielzeugkiste. Autos und Eisenbahnen in verschiedenen, massstabgetreuen Grössen erfreuten die Herzen von kleinen und vor allem älteren Buben.

Kostbarkeiten werden nur angeschaut

Knapp 1000 Besucherinnen und Besucher stöberten in den Auslagen der über 80 Aussteller. Für ein paar Franken konnte man bereits einen Eisenbahnwagen erstehen, doch auch kostbare Raritäten waren zu sehen.

So hatte Bernhard Leubin aus Uetendorf eine Lokomotive mit Tender und Wagen mitgebracht. 2200 Franken sollte die edle, etwa 90 Jahre alte Komposition kosten. «Das kauft aber niemand», meinte der Sammler, «die Leute schauen nur.»

«Die Jungen sitzen halt lieber vor dem Computer»

Dies bestätigten auch andere Aussteller. Das Portemonnaie sitzt nicht mehr so locker wie vor zehn Jahren. Fritz Bieri, Mitorganisator der Börse, hat nur über 20-jährige Modelle mitgebracht. «Mit diesen Raritäten haben wir mehr Erfolg.»

Doch ein grosses Problem bleibt: Es fehlt der Nachwuchs. «Die Jungen sitzen halt lieber vor dem Computer», hiess es immer wieder. Eine Ausnahme bildete da der 14-jährige Alexander Vogel.

Er hat zu Hause eine Sammlung von gegen 20 Modellautos und hatte für 20 Franken einen Bentley im Massstab 1:18 erstanden. "Ein Schnäppchen", meinte sein Vater Robert dazu.

Prüfen vor dem Kauf

Wer nicht sicher war, ob die erstandene Lokomotive wirklich seinen Preis wert war, konnte sich bei Kurt und Marc Wehinger beraten lassen. Die beiden Zürcher, Vater und Sohn, sind nicht nur Experten für Modelleisenbahnen, sie reparieren und begutachten diese auch. "Ein Gebrauchtwagen wird ja auch geprüft", erklärte Kurt Wehinger.

Bereits zum 27. Mal haben Lisette und Willy Feuerstein zusammen mit Fritz Bieri die Modellbahn- und Spielzeug-Börse organisiert. Nun haben sie beschlossen, diese im nächsten Jahr zum letzten Mal durchzuführen.

Einer der Gründe ist, dass ein grosser Teil des Geschäfts heutzutage via Internet abgewickelt werden. Trotzdem war ihre Börse immer gut besucht.

«Aber man soll aufhören, solange es gut läuft», erklärten die Veranstalter und betonten: «Unser Entschluss hat überhaupt nichts mit den Lokalitäten oder den Preisen zu tun. Wir hatten es in der Bärenmatte immer gut.»

Sie hoffen, dass die Börse von andern weitergeführt wird, diese müssten dafür jedoch einen neuen Namen finden, denn "Modellbahn- und Spielzeug-Börse Suhr" sei untrennbar mit den Feuersteins und Fritz Bieri verbunden.

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