Aarau
Schafft es der Gemeindepräsident von Schönenwerd nach Solothurn?

Meisterlandwirt Peter Hodel (53, FDP) will am 7. März Regierungsrat werden.

Nadja Rohner
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Seit 1993 Gemeindepolitiker, seit 2012 Kantonsrat: Peter Hodel (53).

Seit 1993 Gemeindepolitiker, seit 2012 Kantonsrat: Peter Hodel (53).

Fabio Baranzini

Der Grossraum Aarau könnte bald wieder einen Regierungsrat haben. Nein, nicht im Kanton Aargau, sondern beim westlichen Nachbarn: Der Schönenwerder Gemeindepräsident und Kantonsrat Peter Hodel (FDP) kandidiert bei den Wahlen vom 7. März gemeinsam mit dem Bisherigen Remo Ankli.

Peter Hodel ist 53-jährig, verheiratet und Vater einer Tochter im Primarschulalter. Ein Schönenwerder durch und durch, sitzt er doch seit 1993 im Gemeinderat, dem einst schon sein Vater angehörte. Seit 2005 ist Peter Hodel Gemeindepräsident, hat nun aber seinen Verzicht auf eine Wiederkandidatur – die Wahlen finden im April statt – angekündigt.

«Es darf nicht der Eindruck entstehen, ich würde mich für unersetzlich halten», sagte er dem Newsportal Nau.ch. «Diese Haltung wäre fatal. Das politische Milizsystem lebt davon, dass jederzeit andere Personen, andere Meinungen kommen. Dies bietet uns neue Chancen.» Im «Oltner Tagblatt» betonte Hodel, er pflege «eine politische Kultur des Respekts und der Wertschätzung». Und: «Ich würde sehr viel Polit-Erfahrung in die Regierung einbringen. Ich weiss, wie die politische Mechanik funktioniert. Konkret ist mir die Konzentration auf das Wesentliche wichtig. Arbeitsplätze, Sicherheit, Verlässlichkeit und Zukunftsorientierung stehen dabei im Vordergrund.»

Er wohnt auf der Eppenberger Höhe

Der Meisterlandwirt und Feldweibel a.D. hat sowohl die Betriebsleiterschule als auch die landwirtschaftliche Handelsschule absolviert. Sein Betrieb, der Neuburenhof, liegt zwar knapp innerhalb des Schönenwerder Gemeindebanns, aber auf der Eppenberger Höhe – und nur einen guten Kilometer von der Kantonsgrenze entfernt.

Auf Hodels Website sind Fotos aus dem Privatalbum zu sehen. Sie zeigen ihn beim Handwerken, aber auch beim Kochen und Skifahren; als Familienvater und Landwirt, als Fasnächtler und Freizeitsportler. Einem grossen Stück Fleisch und einem guten Tropfen scheint er nicht abgeneigt. Es fehlt ein Bild vom Musizieren: Hodel hat – neben einigen anderen Ämtern – das Vizepräsidium des Solothurner Blasmusikverbandes inne.

Nationalratswahlen: Solide, aber nicht fulminant

Seit 2012 sitzt Peter Hodel im Solothurner Kantonsrat und präsidiert seit 2014 die FDP-Fraktion. Er gehörte einst der Geschäftsprüfungs- und heute der Kommission für Gesundheit und Soziales an. Der Schönenwerder gilt als umsichtig und «gmögig».

Bei den Nationalratswahlen 2019 machte er ein solides, aber kein fulminantes Ergebnis. Mit einer Wahl konnte er nicht rechnen – da ist der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri der unbestrittene Leader. Fluri verhalf den Schönenwerdern und damit auch Parteikollege Hodel jedoch unlängst zu einer Stimme in Bern, als er beim Bundesrat wegen des überraschend auf 2027 verschobenen Um- und Ausbaus des Bahnhofs reklamierte (siehe Text rechts).

«Grenzenloses Wachstum ist wenig nachhaltig»

Es ist nicht das erste Mal, dass Peter Hodel Regierungsrat werden will. Bereits 2016 bewarb er sich um die Nachfolge der zurücktretenden Esther Gassler, ebenfalls eine Schönenwerder Freisinnige. Hodel repräsentiere «einen bodenständigen, im Ländlichen verankerten Freisinn», schrieb die Solothurner Zeitung damals. «Ich stehe dazu, dass ich gerne politisiere, am liebsten in einer Exekutive», sagte Hodel 2016 zu seinen Ambitionen. Er beschrieb sich als Brückenbauer, als überzeugter Liberaler. Aber: «Meine persönliche Freiheit geht nur so weit, bis ich meinem Mitmenschen gegenüber wiederum seine Freiheit beschneiden will. Grenzenloses Wachstum ist wenig nachhaltig; es gefährdet die wichtige und geordnete soziale Partnerschaft und fördert Gier und falsche Macht.»

An der Nominationsversammlung unterlag er dann in der Ausmarchung – unter fünfen – Marianne Meister. Diese konnte die Stimmbürger allerdings nicht überzeugen; die FDP verlor den Sitz an die Grünen.

Nun soll es Hodel richten. Zwei CVP-Sitze werden frei. Die CVP will sie verteidigen, die FDP ihren verlorenen zweiten Sitz zurückerobern und die SVP erstmals Teil der Solothurner Regierung werden. Peter Hodel werden von Kennern der Solothurner Kantonspolitik intakte Wahlchancen attestiert – man rechnet aber mit einem engen Rennen. Der 53-Jährige selber sagt, er müsse noch an seiner Bekanntheit in der Region Solothurn, dem Leberberg, dem Bucheggberg und dem Schwarzbubenland arbeiten.