Aarau
Nach Stadion-Entscheid sagen die Gegner: «Das war kein demokratisches Ruhmesblatt»

Aarau hat zweimal deutlich Ja gesagt zu einem neuen Stadion samt vier Hochhäusern im Gebiet Torfeld Süd. Die Gegner des Projekts sind erwartungsgemäss ernüchtert – machen aber weiter.

Nadja Rohner
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Das Initiativkomitee «Unser Stadion» auf der Obermatte (v.l.): Ursula Funk (SP, Einwohnerrätin), Ulrich Fischer (Pro Aarau, Einwohnerrat), Peter Jann (GLP, Einwohnerrat), Lelia Hunziker (SP, Grossrätin), Thomas Widmer (parteilos), Stephan Müller (Jetzt!, ehemaliger Einwohnerrat), Barbara Schönberg von Arx (CVP, Einwohnerätin). Es fehlen: Daniel Ballmer (Grüne, Einwohnerrat) und Monika Suter (Grüne).Bild: Michael Würthenberg

Das Initiativkomitee «Unser Stadion» auf der Obermatte (v.l.): Ursula Funk (SP, Einwohnerrätin), Ulrich Fischer (Pro Aarau, Einwohnerrat), Peter Jann (GLP, Einwohnerrat), Lelia Hunziker (SP, Grossrätin), Thomas Widmer (parteilos), Stephan Müller (Jetzt!, ehemaliger Einwohnerrat), Barbara Schönberg von Arx (CVP, Einwohnerätin). Es fehlen: Daniel Ballmer (Grüne, Einwohnerrat) und Monika Suter (Grüne).Bild: Michael Würthenberg

Michael Würthenberg

An vorderster Front gegen das Stadion- und Hochhaus-Projekt im Torfeld Süd gekämpft hat Lelia Hunziker. Die Aarauer SP-Grossrätin ist Mitinitiantin des Vereins "Unser Stadion", der im Sommer eine Volksinitiative lancierte. Diese fordert ein von der Stadt selber realisiertes Stadion-Projekt, möglicherweise in der Obermatte Buchs. Hunziker hat in den letzten Wochen intensiv für ein Nein zu den beiden Stadion-Vorlagen geweibelt. Nach Bekanntgabe des Resultats am Sonntag sagt sie: "Das Ja ist nicht erstaunlich angesichts der riesigen Kampagne der Befürworter. Ich bin nur überrascht und etwas enttäuscht über die Deutlichkeit, weil ich im Vorfeld viel Unsicherheit bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern gespürt habe."

Es sei ihr und den anderen Gegnern offenbar nicht gelungen, den Stimmbürgern in der beschränkten Zeit mit beschränkten Mitteln die komplexen Sachverhalte zu erklären, so Hunziker weiter. "Die Befürworter konnten mit Emotionen werben. Bei uns ging es um so komplizierte Sachen wie Stadtentwicklung, Submissionen und Mehrwertabgaben. Das ist schwierig zu vermitteln. Ausserdem standen uns viel weniger finanzielle Mittel zur Verfügung wie den Befürwortern – wer hat deren gigantische Kampagne eigentlich bezahlt?" Auch der Stadtrat und die Medien hätten einseitig kommuniziert, findet die ehemalige Einwohnerratspräsidentin. "Alles in allem ist diese Abstimmung sicher kein demokratisches Ruhmesblatt."

Gegner sammeln Unterschriften

Wie geht es weiter? Was die Initiative betrifft, sagt Hunziker, habe man noch sieben Monate Zeit, um die benötigten Unterschriften zu sammeln. Rund die Hälfte, 750, sind beisammen. "Wir müssen im Verein diskutieren, was wir nun machen. Ich persönlich würde die Initiative wohl auf Eis legen. Aber das Stadion ist noch lange nicht gebaut, in den nächsten Monaten kann viel passieren."

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker hatte an der Medienkonferenz gefordert, die Gegner der Vorlage mögen jetzt den demokratisch gefällten Entscheid akzeptieren. Hunziker verweist auf die Anwohner insbesondere auf Buchser Gemeindegebiet, die gar nicht abstimmen durften. "Niemand hat sie gefragt, ob sie 18 Meter von ihrem Haus entfernt ein 70 Meter-Hochhaus wollen. Es liegen diesbezüglich Einsprachen gegen den Gestaltungsplan vor, und das ist das gute Recht der Anwohner - zumal sogar die Bauherrin HRS selber Einsprachen gegen ihr eigenes Projekt gemacht hat, weil sie mehr Parkplätze bauen will."

Die Bilder zur Abstimmung:

Vertreter von Stadtrat und Pro-Komitee.
15 Bilder
Unterdessen in Oberentfelden: Die erste Mannschaft des FCA freut sich über das zweifache Ja und tankt Energie für das Spiel gegen GC.
Feiern das Resultat: v.l. Peter Zubler (VR FC Aarau und Mit-Initiant des Pro-Komitees), Philipp Bonorand (designierter Präsident FC Aarau), Felix Muff (Präsident IG Sportvereine), Stadträtin Suzanne Marclay-Merz.
FCA-Vizepräsident Roger Geissberger (l.) und Sportchef Sandro Burki.
Gegner und Befürworter fürs Foto vereint: v.l. Barbara Schönberg, Ursula Funk, Lelia Hunziker, Stadtrat Hanspeter Thür, Stadtrat Daniel Siegenthaler, Stadtbaumeister Jan Hlavica, Albert Rüetschi.
Nach dem doppelten Ja: Da steht sie, die glückliche FCA-Stadion-Taskforce des Stadtrats: Hanspeter Thür, Hanspeter Hilfiker, Daniel Siegenthaler.
Die ersten Befürworter und Gegner treffen im Rathaus ein.
Sinnbildlich: Der Abstimmungskampf war auf beiden Seiten teilweise äusserst hässlich und polemisch.
Heute entscheidet die Aarauer Stimmbevölkerung über zwei wegweisende Vorlagen zum neuen Aarauer Fussballstadion.
Das sind Visualierungen der Stadion-Bauherrin HRS Real Estate AG vom geplanten Hochhausquartier im Torfeld Süd. Hier der Blick von der Gemeinschaftsloggia im Hochhaus B
Der Flora-Park.
Der Torfeldhof und das Stadion.
Der Oehlerplatz.
Minimall.
Eine Gesamtansicht.

Vertreter von Stadtrat und Pro-Komitee.

AZ

Unser Newsticker zur Stadion-Abstimmung: