Aarau
Mehr Notfälle: Hirslanden-Klinik investiert 70 Millionen Franken in Neubau

Zwischen der bestehenden Klinik und dem Kern-Areal entsteht in den nächsten Jahren ein neues Gebäude.

Noemi Lea Landolt
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Die Visualisierung zeigt den Neubau der Hirslanden Klinik Aarau vom Viehmarkt her gesehen. ZVG/Schneider & Schneider Architekten

Die Visualisierung zeigt den Neubau der Hirslanden Klinik Aarau vom Viehmarkt her gesehen. ZVG/Schneider & Schneider Architekten

ZVG Hirslanden Klinik Aarau

Ambulant vor stationär. Dieser Grundsatz wurde zum Mantra in der Gesundheitsversorgung. Immer mehr Kantone publizieren Listen mit Eingriffen, die künftig nur noch ambulant durchgeführt werden dürfen, um unnötige stationäre Behandlungen zu vermeiden. Ob der Kanton Aargau mitzieht, wird sich zeigen, wenn die Task-Force Gesundheit ihre Vorschläge für das neue Spitalgesetz präsentiert.

In Aarau bringt sich die private Hirslanden Klinik in Stellung. «Durch die ambulanten Behandlungen verändern sich auch die Bedürfnisse an die Infrastruktur», sagte Klinikdirektor Markus Meier gestern vor den Medien.

Markus Meier, Direktor der Hirslanden-Klinik

Markus Meier, Direktor der Hirslanden-Klinik

ZVG Hirslanden Klinik Aarau

Mehr Patienten, mehr Notfälle

Deshalb will das Spital in den nächsten Jahren zwischen der bestehenden Klinik und dem Kern-Areal ein neues Gebäude bauen. Für 50 bis 70 Millionen Franken. Die Investition könne die Hirslanden Klinik aus eigener Kraft stemmen. Der Neubau sei sinnvoll, weil Operationssäle und Küche in den nächsten Jahren sowieso hätten erneuert werden müssen. «Nur das alte Gebäude umzubauen, würde trotz hohen Ausgaben keine wirklichen Vorteile bringen», sagt Meier. Zudem sei die Klinik in den letzten Jahren stark gewachsen. Das zeigt ein Blick auf die neusten Zahlen. Im Geschäftsjahr 2016/17 behandelte die Hirslanden Klinik erstmals mehr als 10 000 stationäre Patienten. Die 24-Stunden-Notfallstation verzeichnete 8168 Eintritte; fast sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem wurden 20 neue Stellen geschaffen, wodurch die Zahl der Mitarbeitenden ohne Ärzte auf 887 gestiegen ist.

Mit dem Neubau sollen nun «Abläufe optimiert und Strukturen für ambulante Operationen geschaffen werden», sagt Meier. Zusätzliche Betten stünden nicht im Fokus. Für Patienten bedeuten ambulante Eingriffe, dass sie für kleinere Operationen nicht mehr über Nacht im Spital bleiben müssen. Sie werden nicht im Bett in den Operationssaal geschoben, sondern gehen in Strassenkleidern selbstständig bis fast zum Operationstisch. Nach dem Eingriff können sie nach Hause.

Entwurf von Aarauer Architekten

Den Zuschlag für den Millionenbau haben die Aarauer Architekten Schneider und Schneider bekommen. Sie haben sich mit ihrem Projekt in einem Architekturwettbewerb gegen die Konkurrenz durchgesetzt. In Aarau haben sie etwa die kürzlich eingeweihte kantonale Notrufzentrale der Blaulichtorganisationen oder das Hochhaus und Bürogebäude Gastrosocial entworfen. Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass die Aarauer Architekten in Appenzell den Projektwettbewerb für den Neubau des Spitals Appenzell gewonnen haben.

Die Bagger fahren nicht heute und morgen im Schachen auf. Ungefähr bis Ende Jahr dauert die Detailplanung, dann reicht die Privatklinik das Baugesuch ein. Ist die Bewilligung erteilt, rechnet Meier mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Während dieser Zeit ändert sich für die Patienten nichts. Der Betrieb in den jetzigen Gebäuden läuft weiter wie bisher. Erst wenn der Neubau steht, werden die «alten» Gebäude umgenutzt: «Dort entsteht ein ambulanter Bereich mit Praxen und Arztzentren», sagt Meier.

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