Kolumne
Mehr Mutausbrüche wagen

Der Aarauer Grossrat und Einwohnerrat Yannick Berner über das aktuelle Aarau mit seiner neuen Lebensqualität, das so viel mehr wert sei als die lumpigen hundert Franken auf dem Monopolybrett.

Yannick Berner*
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«Aarau ist heute mehr wert als die lumpigen hundert Franken auf dem Monopolybrett.»

«Aarau ist heute mehr wert als die lumpigen hundert Franken auf dem Monopolybrett.»

Chris Iseli / THE

Es ist einer der ersten Sommerabende in diesem Jahr. Samstagabend: Die Schweizer Nati hat ihr EM-Auftaktspiel gegen Wales. Von der Aare herkommend, flaniere ich den Zollrain hinauf in die Aarauer Altstadt. Es fühlt sich fast ein wenig wie der Maienzugvorabend in den Übergangsstunden zwischen Nachmittag und Abend an. Es kribbelt. Neugierde und Freude liegen in der Luft. Verschiedene kreative Gastronomen ermöglichen auch in diesen Zeiten kleinere EM-Public-Viewings und den Fussballfans ein Gemeinschaftserlebnis.

Einen Vorteil hat Corona: Der Gastronomie ist es gegenwärtig erlaubt, mehr Aussensitzplätze anzubieten. Vor allem junge Menschen sitzen auch nach dem Match friedlich zusammen – diskutieren, lachen und geniessen das neue Zusammensein. Hinter mir sagt ein Mann zu seiner Begleiterin: «Das fühlt sich an wie bei mir ums Eck im Marais-Quartier in Paris. Ich mag Aarau.»

Als «waschechter» Aarauer – geboren und aufgewachsen in der Stadt der schönen Giebel – freut mich diese Aussage. Ja, Aarau hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und ist zu einer Stadt mit viel Lebensqualität geworden. Darauf dürfen wir stolz sein, darauf müssen wir aufbauen und noch mutiger werden.

Zur Person

*Yannick Berner
zvg

*Yannick Berner

Yannick Berner (28) ist Betriebswirt, FDP-Grossrat, Einwohnerrat und Geschäftsleitungsmitglied im Familienunternehmen. Er wohnt in Aarau.

Mutig sind wir wahrlich geworden, liebe Aarauerinnen und Aarauer. Erstmals dürfen «heilige Kühe» angetastet und neue Lösungen angedacht werden. Dazu zählt das Teilprojekt zur Überprüfung der Busführung im Perimeter Altstadt. Dies ist eine erfreuliche Reaktion auf einen überparteilich unterstützten Vorstoss, den ich als frisch gewählter Einwohnerrat gemeinsam mit meiner Fraktionskollegin Brigitte Vogt einreichte. Gefragt sind jetzt innovative und unkonventionelle Lösungen für eine künftige Verkehrsführung, die den unterschiedlichsten Strassenbenützern gerecht wird. In die gleiche Richtung geht ein neuer Vorstoss für eine ganzjährige Nutzung der bald 20-jährigen Markthalle. Mit einem Neukonzept, beispielsweise durch einen ständigen Lebensmittelmarkt und Degustationsgastronomie, soll der Färberplatz mit Sicht auf die Altstadthäuser zu einem neuen Lieblingsort für die Region Aarau werden.

Aarau ist nicht nur eine attraktive Stadt für Private, sondern auch für Firmen und Start-up-Unternehmen. Im Coworking-Space Byro an der Rathausgasse befinden sich zum Beispiel mit «Solar Manager», «findependent», «catta» und «Amplilabs» gleich mehrere Start-ups. Auch Aaraus Standortförderung gilt es weiter aktiv voranzutreiben. Wir dürfen stolz auf den attraktiven Brand «Aarau» sein. Er ist heute mehr wert als die lumpigen hundert Franken auf dem Monopolybrett. Gespielt wird jetzt wieder. In diesem Sinne heisst es weiter: «Hopp Schwiz» und für Aarau «mehr Mutausbrüche».