Aarau
Kantonsspital-Neubau: Kurskorrekturen jagen sich

Die jüngste Variante bringt eine Korrektur an der Kehrtwende von 2012 an. Das Hauptgebäude des Kantonsspitals Aarau soll einem Neubau weiter östlich weichen.

Ueli Wild (Text und Foto)
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Die neusten Pläne sehen vor, dass das Hauptgebäude des Kantonsspitals einem Neubau weiter östlich (rechts vom Weg) weicht.

Die neusten Pläne sehen vor, dass das Hauptgebäude des Kantonsspitals einem Neubau weiter östlich (rechts vom Weg) weicht.

Ueli Wild

Sollte sich das Vorhaben als mach- und finanzierbar erweisen, erhält das Kantonsspital Aarau (KSA) in ein paar Jahren ein neues Hauptgebäude. Das hat das KSA Ende Februar verlauten lassen. Eine Machbarkeitsstudie, hiess es sinngemäss, habe gezeigt, dass eine wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung des Spitals von der Errichtung eines Ersatzneubaus für das heutige Haus 1 abhängig sei. Die Machbarkeitsstudie hatte dem zuvor letzten Stand der Dinge gegolten, und der hätte bedeutet: Erweiterung des bestehenden Hauptgebäudes um zwei Anbauten im Osten und im Westen. Davon will man nun, wenns irgendwie geht, wieder abkommen. Die erste Kurskorrektur in der Geschichte der seit Jahren geplanten Erweiterung des KSA ist das nicht.

Verzicht auf eine Megaklinik

2011 präsentierten die KSA-Verantwortlichen einen Masterplan für das neue Spital. Vorgesehen war eine Megaklinik mit 650 Betten, welche die heute auf das ganze parkähnliche Areal verteilten 35 Gebäude zusammenfassen soll. Bis etwa zum Jahr 2024 hätte das Projekt realisiert werden sollen. Kostenpunkt: 500 Millionen bis 1 Milliarde Franken. Das Ganze löste nicht eitel Freude aus. Wie, so fragte man sich, sollte da gleichzeitig der Betrieb in der notwendigen Qualität aufrechterhalten werden?

Würde ein solches Riesenprojekt nicht viel zu lange dauern, wo doch das KSA schon jetzt aus allen Nähten platzt? Die Ängste mündeten in Gespräche mit Kliniken, Pflegleitungen und Betrieben. Mit dem Effekt, dass im Sommer 2012 vom ursprünglichen Projekt eines riesigen zentralen Neubaus abgesehen wurde. Nun sollte erst mal dort angesetzt werden, wo Neuerungen am dringendsten nötig erschienen. «Erneuerung des Spitals in mehreren – verdaubaren – Etappen», lautete nun die Devise.

Zwei Jahre später, im Sommer 2014, lag ein neuer Masterplan vor. Die Optimierung der Prozesse und damit der Finanzierung blieb weiterhin das Ziel. Nun aber sollte dieses mit einer sanften Renovation in zwei Etappen statt mit einem kompletten Klinik-Neubau erreicht werden. Das bedeutete auch, dass der Campus-Charakter des Spitalareals erhalten bleiben sollte. Allerdings, so viel war klar, würde das Unterfangen auch so einem finanziellen Kraftakt gleichkommen. Die Kosten der ersten Etappe (bis 2017) wurden auf rund 230 Mio. Franken geschätzt, jene der zweiten wurden damals mit zirka 500 Millionen veranschlagt.

700 bis 800 Millionen würde die ganze Erneuerung demzufolge kosten. Dank dem modulhaften, gestaffelten Vorgehen sollte sich der Aufwand aber über einige Jahre verteilen und dementsprechend besser verteilen lassen, als dies bei der ursprünglich angedachten Megaklinik der Fall gewesen wäre.

Die Projekte der ersten Etappe sind inzwischen zu einem grossen Teil realisiert worden. Ausstehend ist noch der Neubau auf dem Gelände um das ehemalige Restaurant Bavaria, wo für rund 80 Mio. Franken die heute dezentral gelegenen Institute für Labormedizin, Pathologie und Rechtsmedizin unter einem Dach vereinigt werden sollen.

Hauptgebäude nun im Fokus

In die zweite Etappe fallen das Onkologiezentrum (ein Erweiterungsbau zum Haus 40), die Frauenklinik (eine Ergänzung des Hauses 8 mit einem modernen Zwischenbau) und die Stärkung des Zentrums: Das Hauptgebäude hätte um zwei Anbauten im Osten und Westen erweitert werden sollen. Das neue Notfallzentrum mit integrierter Intensivstation und alle Operationssäle hätten darin Platz finden sollen.

Kommen die internen und externen Finanz- und Baufachexperten, die nun einen Neubau östlich des heutigen Hauses 1 prüfen müssen, zum Schluss, dieser sei machbar, ist die Lösung mit den beiden Anbauten ans Haus 1 wohl vom Tisch. Mit der einst angedachten Megaklinik hätte der dann im Vordergrund der Überlegungen stehende Neubau des Hauptgebäudes nichts zu tun. Von seiner Dimension her würde er sich dennoch deutlich von den übrigen Modulen der zweiten Etappe des aktuell geltenden Masterplans abheben.

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