J+S-Subventionen
Jetzt müssen die Pfadis und Jublas bei Sommerlagern sparen

Der Bund kürzte die J+S-Subventionen auf Anfang August. Die Jugendverbände wie Pfadis, Jublas, Cevi und Jungscharen reagieren unterschiedlich. Manche denken über höhere Lagerpreise, andere über andere Sparmöglichkeiten nach.

David Egger
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Frisches Essen in der Natur, Sport und Freunde: Für Sommerlager steht ab 1. August weniger Geld zur Verfügung. So auch für den Cevi Gränichen (im Bild). ZVG

Frisches Essen in der Natur, Sport und Freunde: Für Sommerlager steht ab 1. August weniger Geld zur Verfügung. So auch für den Cevi Gränichen (im Bild). ZVG

Sommerlager von Kinder- und Jugendverbänden werden zum Teil aus der Staatskasse gesponsert. Das Bundesamt für Sport kürzt diese Jugend-und-Sport-Subventionen ab 1. August dieses Jahres: von 7,60 Franken pro Tag und Teilnehmer auf 5,70 Franken. Die nationalen Verbände werfen dem Bund vor, die Kürzung sei zu kurzfristig.

Was bedeutet das für die Jungscharen der Region? Definitive Lösungen hat noch keine Jungschar beschlossen. Schon kristallisieren sich aber verschiedene Strategien heraus, wie eine Umfrage zeigt. Was überall zur Diskussion steht, sind höhere Preise für die Lagerteilnehmer.

Die Aarauer Pfadi St. Georg geht dieses Jahr mit rund 30 Teilnehmern für zwei Wochen ins Emmental. Da das Lager noch vor dem 1. August stattfindet, hat die Beitragskürzung noch keinen Einfluss. Der Lagerbeitrag bleibt bei 150 Franken pro Teilnehmer. Und in Zukunft? «Das teuerste am Sommerlager ist die Reise. Wenn wir das Lager künftig weniger weit weg durchführen, können wir einiges sparen», sagt Pfadi-Leiter Alois Debrunner alias Pixel. Auch bei den Aktivitäten im Lager bestehe ein kleines Einsparungspotenzial. «So müssen wir die Lagerbeiträge für die Pfader hoffentlich nicht erhöhen.»

Auch die Jubla Lenzburg geht noch vor dem 1. August ins Sommerlager. Für die Blauring-Leiterin Olivia Berner ist eine Erhöhung der Lagerbeiträge eine Überlegung wert: «Die Beiträge sind mit 230 Franken respektive 200 Franken für Geschwister eigentlich nicht sehr hoch. Viele kommen seit Jahren mit und sind auch bei einer kleinen Preiserhöhung weiter dabei.» Alternativ könne man auch mit Kuchenverkauf einen Zustupf ans Lager dazu verdienen. So oder so freut sich Berner, dass die Pfarrei Lenzburg die Jubla grosszügig unterstützt.

Die Cevi Gränichen wird in Zukunft vermutlich mehr Geld verlangen. Zur Beitragskürzung des Bundes sagt Leiter Mathias Kolb: «Man jammert, die Kinder seien übergewichtig und schauen nur noch TV oder sitzen vor dem PC. Wir machen genau das Gegenteil. Man kürzt am falschen Ort.»

Ein grosses Lager ist in Gefahr

Laut Harry Zuberbühler, Leiter Jugendarbeit bei der Evangelisch-Methodistischen Kirche (EMK) in Muhen, ist das für 2016 geplante Schweizertreffen der EMK-Jungscharen gefährdet: «Eine Anpassung wird schwierig. Man kann nicht einfach die Beiträge erhöhen.»

Zuberbühler und Debrunner weisen darauf hin, dass der Bund auch Zeltblachen und ähnliches Armeematerial nicht mehr zur Verfügung stellen wolle. «Dieses Material kann man nicht einfach kaufen. Dass es wegfällt, wird ein grosses Problem für die Jungscharen», sagt Zuberbühler.

Die J+S-Gelder erhalten jene Lager, bei denen Leiter mit J+S-Ausbildung mit den Kindern täglich zwei Stunden Sport und zwei Stunden Lageraktivität durchführen. Dafür ist ein genaues Konzept einzureichen. Dazu Mathias Kolb: «Jede Minute wird geplant und das ist auch recht so.» Aber bald gibt es für diesen Aufwand weniger Ertrag.