Aarau
Erweiterung Gönhardschulhaus: «Die Rückweisung hat sich gelohnt»

Anfang 2013 stand der Aarauer Einwohnerrat bei der Schulhauserweiterung noch auf die Bremse. Jetzt gibt er einem Wettbewerb grünes Licht und spricht einen Kredit von 235000 Franken.

Katja Schlegel
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Bis der Erweiterungsbau bezogen werden kann, wird auf dem Lehrerparkplatz ein Provisorium aufgestellt.

Bis der Erweiterungsbau bezogen werden kann, wird auf dem Lehrerparkplatz ein Provisorium aufgestellt.

Pascal Meier

Eines war schon beim ersten Anlauf im Februar 2013 in Sachen Erweiterung Gönhardschulhaus unbestritten: die drohende Platznot. Damit hatte es sich aber mit der Einigkeit. Beim Raumprogramm war von einer «Carte blanche» die Rede und von einem «überdimensionierten Projekt», weil Primarschulklassen, Kindergarten und der Hort in einem einzigen Gebäude hätten untergebracht werden sollen. A

uch die Kosten und das fehlende Konkurrenzverfahren waren den Räten ein Dorn im Auge, selbst das Argument «Zeitdruck» beeindruckte sie nicht. Den Projektierungskredit von 1,86 Millionen lehnte der Rat mit einer knappen Mehrheit ab und folgte damit einem Rückweisungsantrag der Fraktionen von Pro Aarau, EVP/EW und GLP.

Der alte Kindergarten soll stehen bleiben

Für die Erweiterung der Primarschule und des Kindergartens Gönhard gibt es zwei mögliche Varianten Variante A sieht vor, die beiden bestehenden Kindergärten abzubrechen und durch einen zweigeschossigen Erweiterungsbau zu ersetzen. Im Obergeschoss wäre Platz für die Primarschule, im Erdgeschoss für den Kindergarten. Bei der Variante B ist der Erweiterungsbau mit der Variante A identisch.Abgerissen würde aber nur der östlich gelegene Kindergarten. Der ältere und von der Denkmalpflege gerne unter Schutz gestellte Kindergartenbau wird saniert und im Innern für die Primarschulnutzung geringfügig angepasst. Der Stadtrat empfiehlt, die Variante B weiterzuverfolgen. Die Investitionskosten sind mit rund 5,08 Millionen 540000 Franken günstiger als bei Variante A.

«Weichen richtig gestellt»

Der Stadtrat hat einen zweiten Anlauf genommen und das Projekt überarbeitet. Neu soll die derzeit im Untergeschoss von Trakt 3 eingerichtete Fusta mittelfristig an einem neuen Standort ausserhalb des Schulareals platziert werden. Ausserdem wurde das Raumprogramm klar definiert und ein Konkurrenzverfahren vorbereitet.

Die Überarbeitung hat dem Projekt gut getan. Das hält auch der Stadtrat in seinen Schlussbemerkungen zur Botschaft fest, in der er den Antrag für einen Wettbewerbskredit von 235000 Franken stellt: «Der heutige Planungsstand ist nun breiter abgestützt als noch im Februar 2013.» Man habe die richtigen Weichen gestellt.

Dem stimmte Ueli Hertig namens der Fraktion von Pro Aarau, EVP/EW und GLP «voll und ganz» zu. Ihm stelle sich höchstens die Frage, ob ein offener Wettbewerb das richtige Konkurrenzverfahren sei. Erfreut über die Vorlage zeigte sich auch die SP-Fraktion: «Die Rückweisung hat sich gelohnt», sagte Daniel Siegenthaler. Die Vorlage, die nun auf einem definitiven Raumprogramm basiere, sei gut aufgegleist.

Sorgenkind kantonale Denkmalpflege

Sorgenkind der Einwohnerräte bleibt die kantonale Denkmalpflege – in Erinnerung an die Sanierung des unter Denkmalschutz stehende Gönhardschulhauses, die letztendlich mit einer Kreditüberschreitung von 1,18 Millionen schloss. Weil nun der Stadtrat bei den Plänen für die Erweiterung auf die Variante setzt, bei der nun auch der ältere der beiden Kindergarten saniert werden soll, mahnten SP und FDP, die Kosten im Auge zu behalten. «Es sollen keine Denkmalschutzauflagen akzeptiert werden, die Mehrkosten verursachen und nicht durch die Denkmalpflege finanziert werden», sagte Markus Meier (FDP).

Der Wettbewerbskredit wurde einstimmig angenommen. Nach Durchführung des Wettbewerbs, der Projektierung und der Realisierung soll der Erweiterungsbau per Schuljahr 2018/19 bezogen werden können.

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