Auenstein
Erst gabs keine Kandidaten, nun steht eine Kampfwahl an

Isabelle Schmed und Rolf Bartholdi wollen in den Gemeinderat. Schmed hat sich spontan für die Kandidatur entschieden und parteilos. Bartholdi ist Mitglied der FDP und wird von der Ortspartei zur Wahl vorgeschlagen. Schmed holte im ersten Wahlgang bereits mehr Stimmen, erreichte aber nicht das absolute mehr. Am Sonntag kommt es daher zum zweiten Wahlgang.

Nadja Rohner
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Rolf Bartholdi (links) und Isabelle Schmed (rechts)

Rolf Bartholdi (links) und Isabelle Schmed (rechts)

Zur Verfügung gestellt

Es ist selten einfach, valable Kandidaten für öffentliche Ämter zu finden. Auch in Auenstein hatte sich für den ersten Wahlgang der Gemeinderats-Ersatzwahl vom 28. Februar kein offizieller Kandidat angemeldet. Kurz vor den Wahlen traten dann Isabelle Schmed und Rolf Bartholdi als «wilde» Kandidaten mit Flugblättern in Erscheinung. Offenbar erfolgreich: Schmed holte 144 Stimmen, Bartholdi 73. Weil sie das Absolute Mehr nicht erreichten, wird am Sonntag ein zweiter Wahlgang fällig – beide treten nun als offizielle Kandidaten an.

Unverbrauchter Blick

Isabelle Schmed (geb. 1975) ist 2006 aus Lufingen (ZH) nach Auenstein gezogen, aufgewachsen ist sie in Staufen. Sie lebt mit ihrem 11 Jahre alten Sohn und ihrer Lebenspartnerin in einem eigenen Haus. Dass sie im ersten Wahlgang eine beachtliche Stimmenzahl erreichte, habe sie sehr gefreut, sagt Schmed. «Ich wurde kurz vor den Wahlen darauf hingewiesen, ob dies nicht etwas für mich wäre. So liess ich spontan Flyer drucken und habe sie verteilt.»

Isabelle Schmed, die bei der Aargau-
ischen Pensionskasse in Aarau arbeitet, ist parteilos und will es auch bleiben. «Keine Partei sagt mir vollumfänglich zu», erklärt sie, tendenziell sehe sie sich mitte-rechts. Politisch ist ihr die Jugend sehr wichtig, aber generell sei sie breit interessiert, sagt Schmed. Durch ihre Arbeit habe sie viel Kontakt mit Pädagogen, was ihr als künftige Ressortvorsteherin «Schule» zu gute kommen würde. Dass sie zwar interessiert, aber politisch unerfahren ist, sieht Schmed nicht als Handicap, sondern als Chance: «So habe ich einen unverbrauchten, offenen Blick auf die Arbeit im Gemeinderat.» Diese wolle sie gerne übernehmen, weil sie sich in Auenstein zu Hause fühle, eine grosse Sympathie für Dorf und Bewohner empfinde und sie eine Art «Stimme der Bürger» sein wolle.

Ein Basler in Auenstein

Dass Rolf Bartholdi-Müller (geb. 1949) kein Ur-Auensteiner ist, hört man ihm an. 2011 sind der Stadtbasler und seine Aargauer Frau zugezogen. Der 25-jährige Sohn («Er hält mich jung») wohnt noch in Basel. Rolf Bartholdi war während 15 Jahren als Geschäftsführer für eine Medizinaltechnikfirma tätig, Ende 2015 wurde er pensioniert. «Endlich ist die Pendlerei vorbei», sagt der leidenschaftliche Orgelspieler. «Nun hätte ich genug Zeit, um mich dem Gemeinderatsamt zu widmen.»

Bartholdi ist Mitglied der FDP und wird auch von der Ortspartei zur Wahl vorgeschlagen. Seine politischen Hauptinteressen gelten der Gesundheitspolitik und der Bildung, «mit Lebenserfahrung und gesundem Menschenverstand» will er sich für «ein attraktives und eigenständiges» Dorf einsetzen. «Auenstein gefällt mir unglaublich gut», sagt Rolf Bartholdi. «Dass ich hier als Basler so nett aufgenommen werde, hätte ich nie gedacht», fügt er mit einem Lachen an.