Aarau

Er sucht das Gespräch: Stadiongegner will kein Verweigerer sein

Der Beschwerdeführer wehrt sich gegen den Vorwurf, nicht an Verhandlungen interessiert zu sein. Offiziell hat die Stadt den Anwohner nur einmal zum Gespräch über seine Beschwerde eingeladen.

Hat die Stadt Aarau wirklich alles getan, um nach der Baubewilligung für das neue Stadion im Torfeld Süd eine Beschwerde zu verhindern? Das ist die eine Frage. Die andere lautet: Ist der Beschwerdeführer überhaupt an Verhandlungen interessiert, oder geht es ihm nur ums Hinauszögern des Baustarts?

An der Medienkonferenz des FC Aarau vor eineinhalb Wochen hatte Stadtpräsidentin Jolanda Urech gesagt, der Kontakt zum Beschwerdeführer sei schwierig: Es sei nicht möglich gewesen «ein substanzielles Gespräch über den Inhalt zu führen». Wie viele Bemühungen es gegeben hatte, wollte sie nicht sagen.

Nach dieser Aussage wehrte sich der Beschwerdeführer und liess der az ausrichten, er verweigere sich Verhandlungen nicht. Er habe beim Rechtsdienst des Regierungsrates am 31. August 2014 per Einschreiben eine Verhandlung eingefordert. Bisher habe er jedoch nichts von dieser Stelle gehört.

Was aber lief im Jahr 2013 vor der Baubewilligung, während dem die Stadt und Bauherrin HRS Real Estate intensiv mit dem Verkehrs-Club VCS verhandelten? Er sei nur einmal zu einer Verhandlung eingeladen worden, sagt der Anwohner: am 26. Februar 2013. Diesen Termin habe er aber nicht wahrnehmen können und habe sich deswegen telefonisch beim Stadtbauamt abgemeldet.

Danach seien keine weiteren Einladungen zu Verhandlungen mehr gefolgt, bis zum Baubewilligungsentscheid über ein Jahr später. Er habe jeweils lediglich die Möglichkeit erhalten, sich schriftlich auf neu geschickte Akten zu äussern.

Stadtrat Lukas Pfisterer bestätigt diesen Sachverhalt. Er sagt jedoch: «Soweit ich das bei den zurzeit anwesenden Personen in der Bauverwaltung abklären konnte, hat sich der Beschwerdeführer nicht für die Einladung am 26. Februar 2013 entschuldigt.» Auch Stadtbaumeister Felix Fuchs weiss von keinem Telefonat mit einer Absage.

Pfisterer sagt zudem, der Anwohner habe sich zu keinem der Schriftenwechsel geäussert und das Gespräch auch nicht von sich aus gesucht. «Ich selbst habe mit ihm nach der Übernahme des Ressorts Hochbau Anfang Jahr telefoniert, doch er war nicht gesprächsbereit», sagt Pfisterer.

Auch die Bauherrin HRS habe mehrere Versuche gestartet, sei allerdings erfolglos geblieben. CEO Martin Kull sagt: «Sie können aber davon ausgehen, dass wir in solchen Verfahren zu gegebener Zeit jeweils das Gespräch suchen.» Zum laufenden Fall gebe das Unternehmen aber keine Auskunft.

Lukas Pfisterer zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass eine Einigung gelingt: «Wenn es nicht nur ums Verzögern geht, sondern um ein konkretes Anliegen, dann haben wir mit der anderen Partei noch immer eine Lösung gefunden.»

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