Ein Paket voller Demokratie

In Aarau wird das Zukunftsraum-Referendum mit etwa 1900 Unterschriften klar zustande kommen.

Urs Helbling
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Stadtschreiber Daniel Roth nimmt von Susanne Heuberger Unterschriften entgegen. Mit dabei Max Suter (M.) und Peter Heuberger.

Stadtschreiber Daniel Roth nimmt von Susanne Heuberger Unterschriften entgegen. Mit dabei Max Suter (M.) und Peter Heuberger.

Bild: Fabio Baranzini

Am Anfang glaubten sie nicht so recht an ihr Unterfangen: die Mitglieder des Komitees (siehe Box), die in Aarau mittels eines Referendums eine Urnenabstimmung über den Zukunftsraum erkämpfen wollten. «Das wir die Unterschriften zusammen bringen, ist alles andere als sicher», sagte am 10. September der FDP-Einwohnerrat Matthias Zinniker. Am Schluss ging alles viel einfacher als befürchtet. Dank perfekter Organisation unter der Leitung von SVP-Fraktionschefin Susanne Heuberger und ihrem Ehemann, dem «Komitee-Generalsekretär» Peter Heuberger (FDP). Aber auch dank den fleissigen Unterschriftensammlern. Und vor allem, weil der Wind am Schluss gedreht hat. Das Unterschreiben war plötzlich im Trend. Es waren sogar Einwohnerräte dabei, die im Parlament noch gegen den Urnengang gestimmt hatten.

In den letzten Tagen noch 550 Unterschriften erhalten

Das Komitee konnte gestern, am letzten Tag der Referendumsfrist, Stadtpräsidenten Hanspeter Hilfiker und Stadtschreiber Markus Roth weitere 550 Unterschriften übergeben. Es sind damit insgesamt über 1900 – deutlich mehr, als nötig gewesen wären (1446 – zehn Prozent der Stimmberechtigten). «Ein ganz hervorragendes Resultat, das niemand erwartet hat», meinte Peter Heuberger.

Letztmals kam in Aarau 2013 ein Referendum erfolgreich zustande. Schon mit dabei: Susanne Heuberger. Sie hofft, dass der damalige Grosserfolg – an der Urne hat das Volk den Kredit für die Sanierung des Aare-Raums verworfen – beim Zukunftsraum wiederholt werden kann. «Das Referendum hat das Ziel, das Ganze abzuschiessen – das ist uns klar», meinte Stadtpräsident Hilfiker bei der Unterschriften-Übergabe.

Bis zur Volksabstimmung in Aarau wird es aber noch einige Zeit dauern. «Diese wird mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht am 29. November sein», erklärte Hilfiker. Der Stadtrat wird den Entscheid, den Urnengang auf den 7. März 2021 zu verschieben, voraussichtlich am 12. Oktober fällen.

Das hat den Vorteil, dass bis dann alle anderen Zukunftsraum-Gemeinden Stellung bezogen haben. Unterentfelden am 18. Oktober an der Urne, Oberentfelden am 29. November in einer Referendumsabstimmung – falls die Initianten wie angekündigt bis Ende Woche die Unterschriften zusammen bringen. Trotz der Verzögerungen werden Urnengänge über den Fusionsvertrag im Juni 2021 möglich bleiben – falls es sie dann noch braucht.

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