Aarau
E-Bikes sind in der Velostation schwieriger unterzubringen

Aus der ganzen Schweiz kamen Interessierte zum Bahnhof Aarau, um die Velostation Nord zu besichtigen. Zum Gesprächsthema wurden dabei E-Bikes, die immer häufiger werden. Sie brauchen nämlich etwa mehr Platz in den Velostationen.

Nadja Rohner
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Reto Schaffer (rechts), Geschäftsführer der Trinamo AG, erläutert die Funktion der Velostation.

Reto Schaffer (rechts), Geschäftsführer der Trinamo AG, erläutert die Funktion der Velostation.

Nadja Rohner

Die Abfahrt zur unterirdischen «Velostation Nord» ist relativ steil. «Im Winter gibt es hier ab und zu Stürze», sagt Thomas Widmer. Er ist Leiter der Velostation Aarau und führte gestern rund 90 Teilnehmer des Infotreffens von «Forum Velostationen Schweiz» und «Forum bikesharing Schweiz» durch sein Reich. Darunter waren Vertreter von SBB und Postauto, von Tiefbauämtern oder Velo-Organisationen aus der ganzen Schweiz.

In Aarau liessen sie sich zeigen, wie die bereits 1994 eröffnete bewachte Velostation funktioniert. Die besagte Rampe, stellte Thomas Widmer klar, sei nicht ganz optimal: «Lernen Sie aus unserer Erfahrung, wenn Sie eine solche Velostation planen.»

Wie immer an diesen Infotreffen geht es darum, von anderen zu lernen, auch mal neue Lösungen für ein Problem zu finden. So kam in den Tiefen der Velostation bald das Gespräch auf die immer zahlreicher werdenden E-Bikes. Sie sind nicht nur schwerer als normale Velos, sondern brauchen teilweise auch mehr Platz in den Stationen.

Letzteres gilt auch für Veloanhänger. Diese dürfen in Aarau nicht in die unterirdische Velostation, die E-Bikes allerdings schon. Ein Teilnehmer aus Burgdorf wusste zu berichten, dass bei der dortigen Velostation ganze Reihen mit Aufhängungen, sogenannte Racks, entfernt werden mussten, um Platz für die vielen E-Bikes zu schaffen. Ein Mann pries einen besonders leistungsfähigen «Lift» an, mit dem sich auch schwere E-Bikes bequem auf die obere Ebene der doppelstöckigen Veloständer befördern lassen.

Ein weiterer Teilnehmer wollte wissen, wie gut die bewachte, aber kostenpflichtige Velostation in Aarau ausgelastet ist, weil es nebenan ja noch Gratis-Veloplätze gibt. «Wenn die Gratisplätze überbelegt sind und die Velos den Durchgang verstellen, räumen wir sie konsequent weg. Das verlangt auch die Stadt von uns», sagt Thomas Widmer. Dies sei zwar aufwendig, bringe die Leute aber nach und nach dazu, ihre Velos in der unterirdischen Velostation zu deponieren.

Das «Forum Velostationen Schweiz» unterstützt seit 1996 den Aufbau von Velostationen. Die Organisation führt Informationsveranstaltungen durch und vermittelt spezialisierte Fachberater für Behörden, welche sich für den Aufbau einer Velostation interessieren. An den Infotreffen werden jeweils verschiedene Velostationen in der ganzen Schweiz besucht.