SRF-Krimiserie

«Dieser Aufwand, unglaublich»: Für «Bestatter»-Dreh wurde ihre Aarauer Wohnung umgekrempelt

Barbara und Peter Erb haben ihre Wohnung in der Aarauer Telli für die Dreharbeiten der SRF-Krimiserie «Der Bestatter» zur Verfügung gestellt. Vom «Bestatter"-Team sind sie begeistert.

Als sie am Abend von der Arbeit nach Hause kam, erkannte sie ihre eigene Wohnung nicht mehr: Die ockerfarbene Wand in der Stube war hinter Täfer verschwunden, anstelle des roten Ecksofas standen Möbel mit schwarzem Lederbezug und der gläserne Salontisch – Barbara Erb schauderts – war durch einen massigen Tisch aus Wurzelholz ersetzt worden. Und das Beste: Überall war Unterwäsche. Büstenhalter hingen an den ausgestopften Köpfen eines Steinbocks und eines Bisons, an den Schlüsseln des Buffets, selbst über den Kaktus in der Ecke hatte jemand nachlässig ein Höschen hingeworfen.

Barbara Erb hat das alles fotografiert. Und wenn sie die Bilder zeigt, dann tut sie es mit einem breiten Lachen im Gesicht. Denn wirklich überrascht hatte sie der Anblick der umgekrempelten Wohnung nicht. Das war so abgemacht. Denn Barbara Erb und ihr Mann Peter hatten der Filmcrew der SRF-Erfolgsserie «Der Bestatter» für Dreharbeiten für die siebte Staffel ihre Wohnung in der Telli überlassen. Und so wohnten letzten Sommer in der Wohnung mit bestem Blick auf die Wasserflue nicht die Erbs, sondern Polizist Reto Doerig.

So sieht Barbara Erbs Wohnung beim «Bestatter» aus: Zuhause bei Reto Doerig in den Telli-Hochhäusern

So sieht Barbara Erbs Wohnung beim «Bestatter» aus: Zuhause bei Reto Doerig in den Telli-Hochhäusern

Szenen aus den Folgen 2 und 3 der finalen Staffel.

Es war vor einem guten Jahr, als Barbara Erb von Esther Schmid von aarau info angefragt worden war, ob sie nicht ihre Wohnung für die Dreharbeiten zu Verfügung stellen würde. Erb, spontan und unkompliziert wie sie ist, sagte zu. Nach zwei Besichtigungen – erst durch einen Scout, dann durch ein Team von gut 25 Personen – hiess es, man würde hier gerne drehen.

Alles Farbige musste weg

Und dann kamen sie, an einem Sonntag Ende Juli. Ihren Mann hatte Barbara Erb kurzerhand ausquartiert, um ihm die Aufregung zu ersparen. Die Bühnenbauer fackelten nicht lange, räumten die Stube leer. «Als ich im Gang all das Täfer bereitstehen sah, habe ich mich schon etwas gewundert», sagt Erb.

Und als am Montag die Dekorateurinnen ganze Arbeit geleistet hatten und Barbara Erb heimkam, da habe sie schon zweimal schauen müssen. «Dieser Aufwand, unglaublich», sagt sie. Nicht nur, dass die ganze Stube ganz anders aussah, auch die Küche, das Gästezimmer und die Dachterrasse waren nicht mehr wiederzuerkennen.

«Aus unserer Wohnung war eine typische Junggesellenbude geworden», sagt Erb. Alles Farbige, aller Schnickschnack waren verschwunden – mit Ausnahme der Zimmer, in denen sich Doerigs Tochter Vanessa mitsamt ihrer zum Trocknen aufgehängten Unterwäsche ausgebreitet hatte.

Die Dreharbeiten hat Barbara Erb grösstenteils verpasst, der Arbeit wegen. Aber abends durfte sie der Crew über die Schulter schauen. Faszinierend sei das. «Wie oft die Szenen wiederholt werden, wie rasch die Schauspieler reagieren konnten, wie gut die Texte sassen; das hat mich beeindruckt.» Und dass eine Kussszene, die so einfach und spontan aussehe, so viel Arbeit bedeute. «Eine Freundin hat gesehen, wie oft die Szene vor dem Haus wiederholt wurde; das waren bestimmt 20 Anläufe.»

Die Bilder der siebten Staffel:

Nach dem Dreh am Dienstag folgte das grosse Aufräumen. «Am Donnerstag stand alles wieder an seinem Platz, millimetergenau», sagt Barbara Erb. «Das war unglaublich, als wäre die Crew nie da gewesen.» Wobei, so ganz stimmte das nicht: Weil die Crew im September noch einmal in der Wohnung drehen wollte, schlug Erb vor, einen Teil der Deko stehen zu lassen. «Uns hat das nicht gestört, wir haben den Sommer sowieso auf dem Balkon verbracht.» Und so lebten die Erbs eineinhalb Monate in Doerigs Wohnung – mitsamt Täfer.

Wenn Barbara und Peter Erb jetzt jeweils dienstags im Public Viewing im Kino Ideal sitzen, dann ist die Aufregung gross. «Schon als Aarauer schaut man sich den ‹Bestatter› mit anderen Augen an, weil man nach Dingen sucht, die man kennt.» Wenn nun aber sogar die eigene Wohnung auftaucht, sei es noch viel schlimmer. «Ich verliere jedes Mal den Faden, weil ich mich so auf die Bilder aus der Wohnung konzentriere.»

Besonders schöne Erinnerung

Barbara Erb hat nur gute Erinnerungen an die Dreharbeiten. «Ich würde das sofort wieder tun, ich bin von der Arbeit der Crew hellauf begeistert.» Eine besonders schöne Erinnerung hat sie von Samuel Streiff erhalten, der Reto Doerig spielt: «Er hat sich in einem handgeschriebenen Brief bei uns für die Gastfreundschaft bedankt. Das hat mich sehr berührt.»

Die 4. Folge der SRF-Erfolgsserie heute Abend um 20.05 Uhr auf SRF 1

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