Aarau
"Die meisten Personen haben sich mittlerweile organisiert"

Wie sich die Coronakrise auf das Leben in der Kantonshauptstadt auswirkt.

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Der Aarauer Stadtpräsident rechnet damit, dass noch mehr Gewerbetreibende Kreditgesuche einreichen könnten.

Der Aarauer Stadtpräsident rechnet damit, dass noch mehr Gewerbetreibende Kreditgesuche einreichen könnten.

Sandra Ardizzone

Beim Aarauer Stadtrat sind, Stand Mittwoch, 45 Gesuche von Kleinbetrieben um einen Kredit aus dem 1,5 Millionen-Finanztopf für coronageschädigte Gewerbetreibende eingegangen. Die meisten wurden bereits bewilligt (etwa 600'000 Franken). Seit der Vorwoche sind insgesamt fünf zusätzliche Gesuche gestellt worden. Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker rechnet damit, dass der Lockdown-Ausstiegsplan des Bundesrates nochmal eine Welle an Gesuchen auslösen könnte – von jenen Branchen, die noch nicht so bald von einer Lockerung profitieren werden.

Der Stadtpräsident berichtet, in Aarau hätten über das Osterwochenende keine Bussen im Zusammenhang mit Corona ausgestellt werden müssen. Die Stadtpolizei, aber auch die Jugendarbeit, hätten auf Aufklärung gesetzt. Kleinere Probleme gab es lediglich bei gewissen städtischen Freizeitanlagen: Hier haben sich auch Jugendliche aus Nachbargemeinden getroffen, deren eigene Sportplätze geschlossen sind.

Die Stadt Aarau hat ein Infotelefon für Corona-Fragen eingerichtet. Hier werden insbesondere auch Anbieter von Hilfsdienstleistungen – etwa das Rote Kreuz oder Trinamo – mit hilfesuchenden Risikopersonen vernetzt. «Anfangs hatten wir relativ viele Anrufe, mittlerweile aber nur noch vereinzelt», sagt Hanspeter Hilfiker. «Es ist festzustellen, dass sich die meisten Personen mittlerweile organisiert haben.» Wie vielerorts gilt auch hier: Das Hilfsangebot ist weitaus grösser als die Nachfrage.

Bei der Verwaltung laufen Prozesse derweil weiter. Auch die Rekrutierung für die derzeit 13 ausgeschriebenen Stellen. «Letzte Woche haben wir verwundert festgestellt, dass es kaum Bewerber gab», sagt Hilfiker. «Aber über die Ostertage ist nun ein grosser Rutsch an Stellenbewerbungen eingegangen.» (nro)