Aarau
Die IBAarau im Zeichen des Energiewandels

Stadtammann Marcel Guignard, Präsident des Verwaltungsrates der IBAarau AG, konnte an der Generalversammlung am Donnerstagabend von einem «sehr erfolgreichen Geschäftsjahr» berichten. Der Umsatz wurde auf gegen 150 Mio. Franken gesteigert.

Hubert Keller
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Hans-Kaspar Scherrer: «Wir müssen alle vorhandenen Formen erneuerbarer Energie nutzen.» Roland Dätwyler IBA

Hans-Kaspar Scherrer: «Wir müssen alle vorhandenen Formen erneuerbarer Energie nutzen.» Roland Dätwyler IBA

zvg

Dank des insgesamt eher kühlen Wetters und rekordtiefen Temperaturen im Februar hat die IBAarau-Gruppe den Umsatz im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent von 143 auf 148 Mio. Franken gesteigert.

Das Aarekraftwerk der IBAarau geht seinem letzten Betriebsjahr entgegen und hat im vergangenen Jahr dank gleichmässig guter Wasserführung 112,9 Gigawattstunden (GWh) Strom produziert.

Der langjährige Mittelwert wurde gemäss Guignard wieder einmal übertroffen, erst recht das schlechte Vorjahr mit einer Produktion von 86 GWh.

Dank der starken Niederschläge liegt die Produktion auch im 2013 auf einem guten Niveau. Guignard: «Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit der über 80 Jahre alten Turbinen sind immer noch sehr gut.»

98,6 Prozent des Aktionariats vor Ort - dank der Stadt

Von den über 800 Aktionären hatten sich in der festlich geschmückten Schachenhalle rund 350 versammelt. Sie vertraten, so Stadtammann Marcel Guignard, präzis 98,6 Prozent des Aktionariats. Und so fügte denn der Verwaltungsratspräsident mit einem Lächeln an, dass dies wohl nicht verwundern könne, wenn der Stadtrat von Aarau vertreten sei. Die Stadt hält nämlich 95,52 Prozent der Aktien. Weitere Gemeinden und private Aktionäre teilen sich den Rest.

Das operative Ergebnis liegt mit 17,7 Millionen Franken deutlich über Budget und auch über dem Vorjahresergebnis von 14,6 Mio. Franken. Das Gesamtergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr um 2,5 auf 20,2 Mio. gesteigert werden.

Die IBAarau AG weist Eigenkapital in der Höhe von 306 Mio. Franken aus. Der Anteil beträgt damit über 76 Prozent der Bilanzsssumme. Für die Bewältigung der hohen Investitionen in den nächsten Jahren mit Kraftwerkserneuerung, Ausbau Fernwärme, Neubau Betriebsgebäude und Werkhöfe (siehe unten) sowie Ausbau von Produktion und Beteiligungen wurden zu guten Bedingungen 60 Mio. Fremdkapital aufgenommen.

Der Kurs der IBAarau-Aktie habe sich in den vergangenen Jahren leicht aufwärts bewegt, stellte Guignard fest. «Im Gegensatz zu anderen Unternehmen der Branche hat die IBAarau keinen Rückgang in Kauf nehmen müssen.»

Hans-Kaspar Scherrer, Vorsitzender der Geschäftsleitung, stellte die umfangreichen Projekte vor und erläuterte die Strategie seines Unternehmens im Zeichen des Energiewandels. «Die IBAarau», so Scherrer, «steht der neuen Energiestrategie des Bundes im Grundsatz positiv gegenüber, hat aber Vorbehalte.»

In ihrer ersten Fassung sei die Energiestrategie zu stark auf die Elektrizität ausgerichtet gewesen. «Ohne Einbezug aller vorhandenen Formen erneuerbarer Energie sowie der konsequenten Nutzung von Umweltwärme und Biomasse und der gezielten Ausschöpfung aller Energieeffizienzpotenziale wird der von der neuen Energiestrategie vorgegebene CO2-Absenkpfad nicht eingehalten werden können.»

Mit 19 anderen Stadtwerken hat die IBAarau im letzten Sommer den Swisspower-Masterplan 2050 unterzeichnet.

«Gemeinsam mit diesen befreundeten Unternehmen werden wir die Energiewende in Angriff nehmen und die Fortschitte im Bereich der erneuerbaren Energie, die Reduktion des CO2-Austosses und die Energieeffizienz jährlich vergleichen und sichtbar machen», sagte Scherrer. «Wir werden unsere Erfahrungen austauschen und von einander lernen.»

Urs Elber vom PSI-Kompetenzzentrum für Energie und Mobilität lud die Stadt und die IBAarau ein, sich an einem «Praxislabor» für Nachhaltigkeit zu beteiligen.

In einem Wissenstransfer aus der Forschung in die Praxis könnten für die Region Aarau spezifische Lösungen und Projekte entwickelt und realisiert werden.

Die Energiewende biete Chancen, stelle aber auch Ansprüche und Herausforderungen. Elber machte ein Kompliment: «Die IBAarau ist vorbildlich, sie packt die neuen zusätzlichen Aufgaben für die Energiezukunft aktiv an.»