Staffeleggtal

«Das Geld kann man sparen»: Warum die Densbürer keine Fusionsverhandlungen wollen

Densbüren orientiert sich in Richtung Aarau.

Densbüren orientiert sich in Richtung Aarau.

Am Mittwochabend stimmten die Gemeinden Ueken, Herznach und Densbüren darüber ab, ob sie ein Fusionsprojekt starten wollen. Ueken und Herznach sagen Ja, Densbüren Nein.

Vorweg: Das Nein zum Kredit über 37 000 Franken für Fusionsabklärungen mit Herznach und Ueken ist entgegen ersten Aussagen noch nicht definitiv. Dies wäre laut Gemeindegesetz nur der Fall, wenn «die beschliessende Mehrheit» mindestens 20 Prozent aller Stimmberechtigten betragen hätte – also 111 Stimmen. Der Entscheid fiel aber nur mit 78 Nein zu 53 Ja aus, ein Referendum bleibt möglich.

Die Fusionsgespräche zwischen Ueken und Herznach laufen schon länger. Als Densbüren schliesslich noch angefragt wurde, wollte der Gemeinderat nicht direkt absagen, weil die Densbürer – nicht aber die Asper – in einer früheren Umfrage angegeben hatten, eher mit Gemeinden im Tal statt mit Aarau fusionieren zu wollen. Die Diskussion am Mittwochabend dauerte knapp zwei Stunden, verlief anständig, humorvoll und unter breiter Beteiligung. Der Gemeinderat hatte den Kredit zwar beantragt. Aber Ammann Roger Meyer und vor allem Vizeammann Robert Wernli waren nicht besonders gut darin, zu verhehlen, dass sie einer Fusion mit Ueken und Herznach von vornherein eher kritisch gegenüber stehen.

«Es geht um langfristiges, generationenübergreifendes Denken», betonte der Unternehmer Georg Senn. «Es wäre komplett falsch, sich von Emotionen leiten zu lassen.» Darin, dass man eine rein faktenbasierte Entscheidung treffen soll, herrschte Einigkeit im Saal. Umstritten war lediglich, ob überhaupt schon genügend Fakten vorliegen. Die Minderheit der Votanten argumentierte, mit dem Kredit sollen diese ja erst erarbeitet werden, derzeit gebe es nur Mutmassungen. Es sei eine einmalige Chance, und man habe schon für Dümmeres Geld ausgegeben.

Die meisten waren aber der Ansicht, dass jetzt schon klar sei: Diese Fusion bringt nichts. Das würden die Finanzkennzahlen deutlich zeigen. Der Steuerertrag ist in allen drei Gemeinden mager, der Steuerfuss hoch: Densbüren hat 117, Herznach 116 und Ueken 125 Prozent. Bei dieser Fusion würde, so sagte der Ammann, der Steuerfuss für Densbüren etwa gleich bleiben. Bei einer Fusion im «Zukunftsraum Aarau», verriet er weiter, könne man nach heutigem Wissensstand mit einem Steuerfuss im Bereich von 97 Prozent rechnen. «Wenn man jetzt schon sieht, in welche Richtung das geht, kann man sich das Geld für die Fusionsabklärungen sparen», sagte ein Asper.

Hat die Schule den Ausschlag gegeben?

Ein zentrales Thema war die Schule. Alle drei potenziellen Fusionspartner haben eigene Primarschulen. Die Densbürer Schulpflegepräsidentin rechnete vor, dass es finanziell unmöglich sei, alle zu behalten. Es werde wohl auf eine zentrale Schule hinauslaufen. «In Densbüren werden wir dafür keinen Platz haben, das wissen wir jetzt schon», so Robert Wernli. Der Verlust der Primarschule wäre also bei einer Fusion im Tal ein realistisches Szenario. Klugerweise hatte der «Zukunftsraum Aarau» gleichentags verkündet, dass bei einer dortigen Fusion alle Schulstandorte, also auch der in Densbüren, erhalten bleiben würden.

Falls nicht noch jemand das Referendum ergreift, bleibt es also dabei, dass Densbüren nur an einer Fusion im «Zukunftsraum Aarau» interessiert ist. Die Ergebnisse dieser Fusionsanalyse sollen der Sommergmeind 2020 vorgelegt werden.

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