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Bühne Aarau präsentiert erste Spielzeit

Blicken optimistisch in die erste Spielzeit der Bühne Aarau: (v. l.): Geschäftsführerin Barbara Stocker, Präsidentin des Vereins Arta, Christine Egerszegi und Theaterleiter Peter Kelting.

Blicken optimistisch in die erste Spielzeit der Bühne Aarau: (v. l.): Geschäftsführerin Barbara Stocker, Präsidentin des Vereins Arta, Christine Egerszegi und Theaterleiter Peter Kelting.

Rund 200 Veranstaltungen hat die neu gegründete Bühne Aarau für die Spielzeit 2020/21 geplant. Zum Auftakt im September gibt es eine Open-Air-Zirkusvorstellung auf dem Kirchplatz. Der Einzug in die Alte Reithalle ist auf Oktober 2021 angesetzt.

Endlich steht er fest, der Spielplan der neu gegründeten Bühne Aarau. Bis zur Wiedereröffnung der Alten Reithalle im Oktober 2021, deren Umbau momentan ohne Verzögerungen voranschreitet, werden an den Standorten Tuchlaube und Kultur- und Kongresszentrum (KuK) rund 200 Veranstaltungen aus den Sparten Theater, Zirkus, Comedy, Tanz und Figurentheater stattfinden. Das verkündete am 12.6. der künstlerische Leiter der Bühne Aarau, Peter Kelting (vormals künstlerischer Leiter des aufgelösten Theaters Tuchlaube).

Eröffnet wird am 4. und 5. September mit einer Zirkusvorstellung auf dem Aarauer Kirchplatz und einem Vortrag des deutschen Philosophen Mathias Greffrath. In Anlehnung an Friedrich Schillers berühmter Rede «Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet» will Greffrath auch für die Bühne Aarau die Frage stellen, welche Funktion das Theater von heute für die Gesellschaft noch erfüllen könne.

Der inhaltliche Bogen wird weit gespannt

Die Bühne Aarau, welche die Leistungsaufträge der aufgelösten Institutionen Tuchlaube Aarau, Fabrikpalast und der Theatergemeinde Aarau übernommen hat, spannt wie angekündigt einen weiten Bogen von leichtfüssiger Unterhaltung bis zu schwerer intellektueller Kost. Noch nicht im Programm integriert ist das Musiktheater, das erst nach dem Einzug in die Alte Reithalle eine Rolle spielen wird.

Mit dem international bekannten Aargauer Theatermacher Ruedi Häusermann und Musiktheaterexperten, der mit gleich vier Projekten quasi Hausregisseur wird, konnte für die erste Spielzeit ein Schwergewicht der Szene gewonnen werden. Er wird das eine oder andere musikalische Projekt schon in dieser Saison beisteuern. Festivals, Gastspiele von Klassikerinszenierungen aus der Schweiz und aus Deutschland, etwa die Shakespeare-Komödie «Wie es euch gefällt» der Bremer Shakespeare Company, Premieren von Aargauer Theaterschaffenden sowie Kinder- und Jugendtheater ab zwei Jahren aufwärts stehen auf dem Programm.

Mit dem Hinzustossen von Jonas Egloff, Leiter der B`Bühne, ins Team, schafft die Bühne Aarau als erstes Theaterhaus der Schweiz eine eigene Bürgerbühne. Egloff hatte sich mit seinen Laientheaterprojekten mit Boxern oder Feuerwehrleuten in den letzten Jahren schweizweit einen Namen gemacht. Die Bühne Aarau produziert seine Projekte künftig allein.

Für den Theaterbetrieb wurde ein Coronaschutzkonzept erstellt. Angestrebt wird eine siebzigprozentige Auslastung unter den gebotenen Vorsichtsmassnahmen. Offen bleibt, ob das vorwiegend ältere Theaterpublikum trotz Corona den Veranstaltungen gegenüber aufgeschlossen bleibt. In den letzten Jahren hatte die Tuchlaube Aarau eine Auslastung von 80 Prozent.

Neben dem fortgeführten Schauspiel-Abo der aufgelösten Theatergemeinde Aarau bietet die Bühne Aarau zwei neue Abo-Modelle an: Mit dem Wahl-Abo kann man sich sein eigenes Programm individuell zusammenstellen. Das neue Halbtax-Abo ermöglicht Besuche zum halben Preis.

Enge Zusammenarbeit mit dem Kurtheater Baden

Die Rolle Aaraus als Produktionszentrum für Theater wird insgesamt gestärkt. An einem Drittel der Veranstaltungen wird die Institution sich als Produzentin oder Co-Produzentin beteiligen. Gestärkt werden auch Allianzen mit dem im Oktober wieder eröffneten Kurtheater Baden, mit dem man eine Tanzproduktion koproduziert sowie mit dem Theater Chur. Kostspieligere Projekte sollen so in Aarau längerfristig möglich werden. Das Vermittlungsangebot für Erwachsene wird im Vergleich zur Tuchlaube deutlich ausgebaut.

Das Budget der noch ohne festen «Wohnsitz» agierenden Institution soll sich nach sukzessiver Aufstockung nach dem Einzug in die Alte Reithalle am 2022 jährlich auf 1,7 bis 1,8 Millionen Franken belaufen. Die Kosten teilen sich Kanton und Stadt.

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