«Mmmh, das riecht!», sagt die Dame, als sie den Raum betritt. Im kleinen Saal, in dem Leo Leuppis Bild «Renversement» hängt, kommen die intensiven Düfte von Angela Kaspars floraler Interpretation besonders gut zur Geltung. Die Meisterfloristin und gebürtige Wynentalerin präsentierte am Motagabend an der Vernissage von «Blumen für die Kunst» das wohl farbenfroheste aller Arrangements.

Es kam beim Publikum genauso gut an wie die anderen dreizehneinhalb Werke: Der Hongkonger Starflorist Solomon Leong ist auf der Anreise sturmeshalber in Dublin festgesessen und kann seine – von der Assistentin begonnene – florale Interpretation des «Portrait von Monika» (Markus Raetz) erst am Dienstag vollenden.

Alle anderen Floristen waren zugegen und durften sich vom begeisterten Vernissage-Publikum ausgiebig loben lassen. Jungtalent Larissa Kopp (Sursee) beantwortet strahlend Frage um Frage – die Statik ihres Werks sei eine Herausforderung gewesen, erfährt man –, während im Saal nebenan Meisterfloristin Katrin Keller verrät, weshalb sie über ihrem Blumenarrangement Schmetterlinge schweben lässt: Sie stehen für das Harmoniebedürfnis von «Friedensapostel Max Daetwyler» auf dem gleichnamigen Bild von Willy Guggenheim.

Die Video-Reportage vom Aufbau am Montag:

Blumenduft, grosse Maler und etwas Nervosität: Hier entsteht eine ganz besondere Ausstellung

Am Tag der Vernissage erst entstehen die vergänglichen Kunstwerke. Für die Floristen ist die Teilnahme an der Ausstellung eine Ehre – und eine Nervenprobe.

  

Besonders schön: Einige der zahlreichen Vernissage-Gäste kleideten sich dem Anlass entsprechend; trugen Blumen auf Jacken, Hosen, Foulards, Strümpfen, im Haar oder gar in Tinte unter der Haut. Der Präsident des Aargauischen Kunstvereins, Kaspar Hemmeler, ist zufrieden: «Die Ausstellung Blumen für die Kunst ist für uns wahnsinnig wichtig. Sie ermöglicht, das Kunsthaus einem grossen Publikum zu präsentieren.»

2018 zog die Ausstellung rund 17 000 Besucherinnen und Besucher an. Kunsthaus-Direktorin Madeleine Schuppli sagte, man rechne dieses Jahr sogar mit noch mehr Leuten. Viele Veranstaltungen sind schon ausgebucht. Blumen als populäre Objekte seien durchaus geeignet, um Schwellenangst abzubauen und auch Menschen ins Kunsthaus zu bringen, die sonst nicht hingehen würden, betonte Schuppli. 

Der Aufbau in Bildern: