Von Bauarbeiten zu sprechen, ist schon fast eine Übertreibung. Dennoch, was derzeit auf der Bahnhofstrasse «gebaut» wird, dürfte für die Verkehrsteilnehmer, für Auto-, Velo-, Busfahrer und Fussgänger, gewöhnungsbedürftig sein. Der Strassenraum wird neu gegliedert. Gräben und Schächte für Kabel werden erstellt, Fundamente für Signalanlagen betoniert, Markierungen aufgetragen. Alle diese Massnahmen haben einen Zweck, nämlich das Nebeneinander und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu verbessern.

«Wir werden bis zum Maienzug fertig», sagt Markus Kissling, Projektleiter beim Baudepartement des Kantons. Den Fussgängern und den links abbiegenden Autofahrern und Velofahrern wird ein Mehrzweckstreifen in der Mitte der Strasse das Queren erleichtern. Die Busse werden keine Spur mehr zur Verfügung haben und müssen sich zwischen den Autofahrern einreihen. Dafür haben Velofahrer ihren eigenen separaten Streifen und können sich bei Rot im speziell markierten «Velosack», wie Kissling sagt, vor den Autofahrern anstellen.

Verkehr wird dosiert

Mit in der Strasse eingelegten Drähten, sogenannten Stauschlaufen, wird der Verkehr dosiert. Und zwar so, dass die Busse keine Verzögerungen einhandeln sollten. Diesbezüglich hat Mathias Grünenfelder, Direktor der Busbetriebe Aarau (BBA), an der Generalversammlung allerdings Skepsis angemeldet. Bereits bei der Ausfahrt aus dem Bushof funktioniert nämlich die Bevorzugung der Busse nicht so, wie er sich das wünscht. Zusammen mit Kanton und Stadt sollen hier Nachbesserungen vorgenommen werden.

Markus Kissling betont, dass es sich vorläufig um einen Versuchsbetrieb handelt. Bis zur definitiven Umsetzung voraussichtlich 2018 würden Erfahrungen gesammelt. Wie und in welchem Umfang die Bahnhofstrasse gemäss dem städtischen Entwicklungsleitbild aufgewertet wird, wird dannzumal Teil eines definitiven Bauprojekts sein.

Auch Stadtpräsidentin Jolanda Urech hat an BBA-Generalversammlung kritische Stimmen beruhigt: «Ob sich das neue Regime bewährt, muss sich erst weisen, andernfalls müssten Korrekturen vorgenommen oder die Übung abgebrochen werden.»

Teil des Projekts ist der Kreisel Aargauerplatz, über den die Autos dank einem Dosiersystem mittels Ampeln an der Entfelderstrasse und Ausgangs Schönenwerd Richtung Aarau reibungslos verkehren.