Aarau
Auto kracht in Hydrant: 350'000 Liter Wasser schiessen 15 Meter hoch

Aufregung in der Aarauer Telli: An der Weihermattstrasse schoss kurz nach 8 Uhr eine gewaltige Wasser-Fontäne in die Höhe. Ganze Bäche flossen über die Quartierstrassen. Kurz zuvor hatte ein 28-jähriger Autofahrer einen Hydranten angefahren.

Elia Diehl
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Ein spektakuläres Schauspiel bot sich am Mittwoch in der Aarauer Telli. Kurz nach 8 Uhr schossen an der Weihermattstrasse Unmengen an Wasser gut 15 Meter in die Höhe.

Laut Kantonspolizei war dies die Folge eines Verkehrsunfalls. Ein 28-jähriger Schweizer manövrierte zuvor mit einem Kleinbus auf dem Platz vor der AFM Stadtgarage. Unglücklich fuhr dieser in den Hydranten und riss diesen aus. Ein Rohrbruch unterhalb des Sicherheitsventils des Hydranten und eine hohe Wasserfontäne waren die grossen Folgen des kleinen Verkehrsunfalls.

Die Wasserfontäne war gut 15 Meter hoch.
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Mit der Fontäne schoss auch Kies in die Luft.
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau
15-Meter hohe Wasser-Fontäne in Aarauer Telli
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau
Wasser-Fontäne in der Telli Aarau

Die Wasserfontäne war gut 15 Meter hoch.

Kapo AG

Unter dem hohen Wasserdruck schoss der Hydrant mitsamt des Fussteils (Hauptventil; siehe Box) in die Luft.

Hydrant und Fussteil

Hydranten sind wie Eisberge - ein wichtiger Teil befindet sich unsichtbar unter der Erde. In den markanten Wasserhähnen sind verschiedene Ventile angebracht, das Hauptventil befindet sich aber unter der Erde. So ist der Hydrant nicht direkt mit der Wasserleitung verbunden, sondern mit einem Fussteil verschraubt. In diesem befindet sich das Haupt- und Sicherheitsventil.

Kommt es zu einem Unfall mit einem Hydranten, so bricht in der Regel die schwächste Stelle, also der verschraubte Übergang zwischen Hydrant und Fussteil. Dabei verschliesst das Sicherheitsventil im Verbindungsstück die Öffnung, ohne dass grosse Wassermengen entweichen können. (edi)

Als er die Fontäne sah, rannte er sofort hinaus, um die Kundenautos in Sicherheit zu bringen. «Es regnete Steine», berichtet Leardi - mehr als faustgross seien diese gewesen. Schäden an Fahrzeugen oder Gebäude gab es keine. Auch verletzt wurde niemand.

350'000 Liter Wasser

Wegen des hohen Wasserdrucks von 9 bar schossen in der kurzen Zeit rund 350000 Liter Wasser aus dem Rohr in die Höhe, wie IBA-Mediensprecher Roland Dätwyler mitteilt. Ganze Bäche flossen über die Quartierstrassen. Mit dieser Wassermenge hätte fast halb Aarau (rund 9000 Menschen) duschen können. «Es besteht deswegen aber kein Problem für die Wasserversorgung», versichert Dätwyler.

15 Minuten nach dem Unfall war der Pikett-Dienst der IBAarau vor Ort und setzte dem Spektakel ein Ende; nicht ohne zuvor ein Erinnerungsvideo zu machen. «Natürlich musste ich das rasch filmen», sagt Beat Suter von der IBAarau schmunzelnd.

Nach der 15-Meter hohen Wasserfontäne in der Telli: Die Pikett-Trupper der IBAarau ist schnell vor Ort und ersetzt den Hydranten.
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Nach einem Auffahrunfall mit dem Hydranten brach das Rohr unterhalb des Ventils.
Normalerweise brechen die Schrauben zwischen Hydrant und Fussteil. Hier wurde beides durch den 9-bar-Wasserdruck in die Luft geschleudert.
Nachdem das Wasser abgestellt ist, wird das gebrochene Rohr entfernt...
und mit einem neuen Hydranten-Ventil ersetzt.
Der alte Hydrant hat ausgediehnt. Auf das neue Ventil-Fussteil ist nun...
... bereits ein neuer, roter Hydrant angebracht.
Der Pikett-Dienst der IBAarau repariert den beschädigten Hydranten in der Aarauer Telli. Der Pikett-Dienst war schnell bei der Wasser-Fontäne in der Telli. Nachdem die Wasserzufuhr abgestellt war, wurden das gebrochene Ventilrohr und der Hydrant ersetzt. Zur Mittagszeit floss in den Hähnen an der Weihermattstrasse bereits wieder Wasser.

Nach der 15-Meter hohen Wasserfontäne in der Telli: Die Pikett-Trupper der IBAarau ist schnell vor Ort und ersetzt den Hydranten.

Elia Diehl

Solche Fontänen seien eher selten, da meist die Verbindung zum Hauptventil breche (siehe Box) und kein Wasser mehr entweiche. Danach wurden aber sofort die zuführenden Leitungen an drei weiteren Hydranten geschlossen. Die angrenzenden Liegenschaften hatten deshalb am Vormittag kein Wasser.

Kostenpunkt rund 12000 Franken

Bereits um ca. 12 Uhr waren die Bau- und Reparaturarbeiten fast abgeschlossen und aus den Hähnen an der Weihermattstrasse floss wieder Wasser. Das gebrochene Rohr sowie der Hydrant wurden ersetzt. Roland Dätwyler schätzt den Schaden auf rund 12'000 Franken. Diese werden zu Lasten des Verursachers respektive dessen Haftpflichtversicherung gehen.

Der 28-jährige Unfallverursacher muss mit einer Anzeige wegen mangelnder Aufmerksamkeit im Verkehr rechnen, sagt Bernhard Graser von der Kantonspolizei; sowie wegen pflichtwidrigen Verhaltens: Er hatte den Unfallort zwischenzeitlich verlassen, um einen Arbeitskollegen auf eine Baustelle zu fahren. Er meldete sich aber danach bei der Polizei.

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