Kommentar
Aarauer Sportstättenknorz

Nadja Rohner
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Der Kraftort soll auch ein Kraftwerk werden: die katholische Kirche in Schöftland.
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Der Kraftort soll auch ein Kraftwerk werden: die katholische Kirche in Schöftland.

Der Kraftort soll auch ein Kraftwerk werden: die katholische Kirche in Schöftland.

Bild: Urs Helbling

In den letzten zehn Jahren sind die wenigsten Aarauer Sportinfrastruktur-Projekte problemlos über die Bühne gegangen. Man erinnere sich an das Keba-Debakel, dessen Aufarbeitung auch vier Jahre später noch eine finanzielle und administrative Belastung ist.

Die «Winkel»-Vorlage wurde gestern schon zum zweiten Mal zurückgewiesen: Anfang Jahr, hatte der Stadtrat versucht, Projektierung und Ausführung gleich miteinander genehmigt zu bekommen. Ein politisches Himmelfahrtskommando bei einem Vorhaben dieser Grössenordnung und ein Indiz dafür, dass der Regierung hier das politische Fingerspitzengefühl fehlte. Angesichts dessen blickt man mit einem unguten Gefühl auf noch anstehende Projekte: Das Hallenbad Aarau muss erneuert werden, die Schachenhalle auch; in der Obermatte sind auf Buchser Boden eine neue Tennis- und Basketballhalle sowie eine Dreifachturnhalle geplant. Und dann wäre da noch das Megaprojekt Stadion, vom Volk zwar gewollt, aber noch lange nicht in trockenen Tüchern (das Baugesuch liegt frühestens 2021 auf).

Nun muss der Stadtrat im «Winkel» die geforderte Partizipation umsetzen, und zwar nicht nur pro forma. Allerdings bedeutet das nicht, dass am Ende alle vollends zufrieden sein müssen; es braucht Kompromissbereitschaft. Wichtig ist zudem, dass der Fächer geöffnet wird: Die Aarauer Sportanlagen sind ausgelastet, aber was ist mit den anderen in der Region? Und: Wie lange soll der Schachen, diese heilige Kuh, noch unantastbar bleiben?