Aarau
Termingerechte Einweihung der "Alten Reithalle" – ein Casting als Versprechen

Die Produktion für die Eröffnungsfeier der Aarauer «Reithalle» am 16. Oktober 2021 nimmt Fahrt auf. Dies, obwohl die Finanzierung zwar "auf sehr gutem Weg", aber noch nicht restlos gesichert ist.

Katja Schlegel
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Die «Bühne Aarau» mit Peter-Jakob Kelting und Präsidentin Christine Egerszegi plant eine grosse Inszenierung.

Die «Bühne Aarau» mit Peter-Jakob Kelting und Präsidentin Christine Egerszegi plant eine grosse Inszenierung.

Alex Spichale / AAR

Da ist dieses schabende Geräusch von harter, nackter Haut auf Holz. Ein Klopfen und Schnalzen, ein Poltern und Keuchen in dieser scheinwerferhellen Dunkelheit.

Fünf Personen, drei Frauen und zwei Männer, wirbeln und biegen, verrenken und recken sich. Und im Dunkeln sitzt ein Publikum; wohlwollend, aber mit strengem Expertenblick. Und sortiert.

Über 70 Bewerbungen für fünf Plätze

Es ist Castingzeit im Theatersaal der «Bühne Aarau». Die zweite Runde, diesmal in echt, nicht mehr via Zoom. Es geht ans Eingemachte. Um die Entscheidung, wer als Mitglied des «Bewegungschors» Teil des Projekts «Tanzhalle Reitpalast» für die grosse Eröffnungsfeier der Alten Reithalle sein darf. Der Einweihung des «schönsten Theaters der Schweiz», wie es Peter-Jakob Kelting, Künstlerischer Leiter der «Bühne Aarau», nennt.

Geplant ist die Feier vom 16. bis 22. Oktober 2021. Die Proben sollen im Juli beginnen. Über 70 Tänzerinnen und Tänzer haben sich auf den Aufruf hin beworben, am Schluss werden fünf die Glücklichen sein.

Noch ist vieles geheim – aber knallen soll es

Dieses Casting ist nun mehr als ein Casting, es ist ein Versprechen. Ein Zeichen der Zuversicht, dass die Feier Mitte Oktober tatsächlich stattfinden kann. Der Schlusspunkt hinter einer 15 Jahre dauernden Geschichte rund um dieses Mehrspartenhaus, ein Schlussbouquet nach eineinhalbjähriger Bauzeit, ein Startschuss.

Noch ist vieles geheim rund um «Tanzhalle Reitpalast». Aber so viel sei verraten: Es wird spektakulär, sinnfroh, einnehmend, ein «szenisch-musikalisches Kaleidoskop», so der Untertitel. Eine Zeitreise von Pandemie zu Pandemie, von Spanischer Grippe bis Corona, 100 Jahre Schweizer Geschichte. Zehn Jahrzehnte, zehn Tanz- und Musikstile, zehn Lebensgefühle, dargestellt von Aargauer Künstlerin aus den Sparten Musik, Tanz, Zirkus und Figurenspiel.

Verknüpft werden die einzelnen Szenen vom nun gecasteten fünfköpfigen «Bewegungschor», der als roter Faden durch den Abend tanzt. Sämtliche Einzelteile zusammengeführt werden vom Künstlerischen Leiter Tom Ryser (unter anderem Inszenierung Aargauer Kantonstages an der Expo.02) und Choreografin Lillian Stillwell (vom Theater Basel oder dem dänischen Staatstheater).

«Die Künstlerinnen und Künstler sollen ihren neuen Spielort in Besitz nehmen», sagt Kelting. Und nicht nur sie; auch das Publikum soll die Reithalle erobern. Wie? Kelting lächelt. Das ist noch Geheimsache.

Ein noch nicht ganz felsenfester Rettungsanker

«Für uns ist die Eröffnung der Reithalle das Licht am Ende des Tunnels, unser Hoffnungsschimmer», sagt Kelting. Ein Rettungsanker in einer Saison, in der eigentlich nichts mehr zu retten ist. Ob und wie ein Spielen bis zur Sommerpause möglich sein wird, ist immer noch ungewiss.

Doch selbst dieser Rettungsanker ist – allen angelaufenen Vorbereitungsarbeiten zum Trotz – noch nicht felsenfest vertäut. Kelting sagt, die Wahrscheinlichkeit für eine Eröffnung am 16. Oktober liege bei 95 Prozent. Seitens Bau stehen die Chancen gut, man sei im Zeitplan. Und bezüglich Feier? Kelting: «Die Finanzierung dieser ehrgeizigen Produktion ist zwar noch nicht hundertprozentig gesichert, aber auf sehr gutem Weg.»

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