Aarau
Nach dem Umzug: Jetzt wird das «Stadtwächter»-Bier in der Telli gebraut

Der Sud brodelt in den neuen Biertanks. Nach dem Umzug in die Telli feiern die «Stadtwächter» am Samstag die Eröffnung. Die Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür laufen und der Biergeruch füllt das neue Gebäude.

Soraya Sägesser
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In der Brauerei «Stadtwächter» steht vieles bereit für den Tag der offenen Tür vom kommenden Samstag.

In der Brauerei «Stadtwächter» steht vieles bereit für den Tag der offenen Tür vom kommenden Samstag.

Soraya Sägesser

Arthur, Dagmar, Konrad und Irma sind umgezogen. Bei den Vieren handelt es sich nicht um bekannte Persönlichkeiten der Stadt, sondern um die Biersorten der Brauerei «Stadtwächter». Diese ist seit kurzem in der Telli daheim. Nun steht am Samstag der Tag der offenen Tür an. Zwischen 9 und 16 Uhr wird an der Weihermattstrasse 80 gefeiert. Im Vordergrund des Anlasses steht die neue Brauerei. Die Besucherinnen und Besucher erhalten eine Führung und können den Braumeister kennen lernen. Zu einem weiteren Highlight gehört das Spezialbier, welches die Gäste vom ersten Brauvorgang im neuen Standort trinken dürfen.

Im Dezember 2021 lag das Baugesuch auf, heute braut Braumeister Christian Dierken die vier Biersorten in der Telli. Bis die Brauerei Aarau AG ihren neuen Standort beziehen konnte, war einiges an Planung und Geduld gefragt. Bei der Gründung der «Stadtwächter» 2018 sei es nie das Ziel gewesen, so gross zu werden, sagt Oliver Bachmann, einer der Mitbegründer.

Nun steht er in der neuen Brauerei und blickt auf die grossen Biertanks. Die Biernachfrage habe enorm zugenommen. «Wir kamen nicht mehr nach mit Bier produzieren», sagt er weiter. Darum entschieden sich die Bierbrauer für eine Erweiterung und feiern am Samstag die Eröffnung des neuen Standorts.

Der Grossteil der Aarauer Stadtwächter-Crew bei der Gründung 2018 (von links): Alois Debrunner, Marc Klemm, Dominik Zimmerli, Leander Isenring, Oliver Bachmann, Daniel Richner und Andreas Hochuli.

Der Grossteil der Aarauer Stadtwächter-Crew bei der Gründung 2018 (von links): Alois Debrunner, Marc Klemm, Dominik Zimmerli, Leander Isenring, Oliver Bachmann, Daniel Richner und Andreas Hochuli.

Ueli Wild / AAR

Wo die «Stadtwächter» früher ihr Bier brauten, wird bald «Monkey in a Bottle» ihren Gin produzieren. Ende Mai räumen die Bierbrauer ihren Standort bei der Glockengiesserei Rüetschi am Rain und machen dem Gin Platz. Mit dem Umzug in die Telli haben die «Stadtwächter» nicht nur mehr Platz, sondern können nun fünfmal mehr Bier produzieren. Früher waren es 400 Liter, heute 2000. So viel Bier wird pro Woche produziert, bevor dieses für vier Wochen lagern muss. Oliver Bachmann sagt:

«Wir werden viel mehr Bier brauen, also braucht es mehr Leute, die regionale Bierspezialitäten bevorzugen.»

Die meisten Maschinen und Tanks wurden neu angeschafft. Aktuell fehlt den Bierbrauern die Abfüllmaschine. Diese sei aufgrund von Lieferverzögerungen noch auf dem Weg. In der Zwischenzeit füllen sie ihren Gerstensaft mit einem Störabfüller.

Im «Malzlager» sollen auch Hochzeiten gefeiert werden

An der Bierbrauerei grenzt ein Eventraum. Das «Malzlager», wie die Brauerei Aarau AG ihn nennt, soll ein Raum für Veranstaltungen werden, beispielsweise Hochzeiten, Seminare oder Geburtstagsfeiern. An der Wand sind zehn Bierhähne geplant. So können sich die Gäste während eines Anlasses direkt mit dem Gerstensaft verköstigen. Noch befindet sich das «Malzlager» im Bau, Mitte April aber sollen diese abgeschlossen sein. Bis spätestens im Sommer sollen sämtliche ausstehenden Arbeiten fertig und alle fehlenden Maschinen eingetroffen sein, so Bachmann.

Die Arbeitsschritte für die Brauerei Aarau AG haben sich seit dem Umzug vereinfacht. «Früher mussten wir das Malz die Treppe runtertragen. Heute haben wir den Hubstapler», sagt Oliver Bachmann. Aktuell seien sie an der Perfektionierung der bestehenden Biersorten und machen Proben für neue. Nach Arthur, Dagmar, Konrad und Irma sollen bald neue Sorten folgen. Darunter würden die Standardsorten erweitert, saisonale oder auch Spezialbiere entstehen, sagt Bachmann abschliessend.