Ortsbürger Aarau
36 Wohnungen und ein Bistro

Aarau Das Baufeld 2 im Scheibenschachen wird überbaut, das alte Schützenhaus saniert

Hermann Rauber
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Die Ortsbürger wollen Baufeld 2 (Bauprofile) in der Aarenau überbauen. Aus dem Schützenhaus soll ein Bistro werden. KSC

Die Ortsbürger wollen Baufeld 2 (Bauprofile) in der Aarenau überbauen. Aus dem Schützenhaus soll ein Bistro werden. KSC

Katja Schlegel

In der Aarenau im Aarauer Scheibenschachen sollen bis Ende 2018 weitere 36 Wohnungen entstehen. Auf dem Baufeld 2 mit dem historischen Schützenhaus möchte die Ortsbürgergemeinde Aarau gemäss einem Grundsatzentscheid selber investieren. Der Beschluss über den Baukredit im Umfang von rund 15,5 Millionen Franken fällt zwar erst an der nächsten Sommer-Gmeind, im Moment aber liegt bereits das entsprechende Baugesuch im Rathaus öffentlich auf.

Drei verschiedene Baukuben

Vor drei Jahren hat die Versammlung der Ortsbürgergemeinde Aarau grundsätzlich beschlossen, auf einem Teil der noch offenen Baufelder in der Aarenau selber zu investieren. Im Spätherbst 2014 wurde deshalb ein Projektierungskredit von 910 000 Franken mit grosser Mehrheit bewilligt. Im vergangenen Jahr orientierte Stadtpräsidentin Jolanda Urech laufend über das weitere Verfahren, das bisher nicht fundamental infrage gestellt worden ist. Nun liegt das Baugesuch für das ausgewählte Projekt der Architekten Ernst Niklaus Fausch GmbH (Zürich) auf. Dieses sieht drei verschiedene Baukuben mit insgesamt 36 Wohnungen vor, in der Grösse von 11⁄2 bis 51⁄2 Zimmern. Der grössere Anteil wird 21⁄2 und 31⁄2 Zimmer haben. Dies hatte eine Bedürfnisabklärung ergeben. Zum Projekt gehört auch eine Tiefgarage mit 41 Parkplätzen, vorgesehen sind aber auch 107 Abstellmöglichkeiten für Velos.

Laut dem Bericht der Architekten sollen die «vielfältigen Wohn- und Aussenraumsituationen» zu einem Ensemble vereinigt werden, ohne auf Individualität verzichten zu müssen. Die mehrfarbigen, hinterlüfteten Holzfassaden passen sich optisch in die geplante Begrünung des Areals mit Blumenwiesen und Obstbäumen ein. Junge Familien können als künftige Mieterinnen zudem vom unmittelbar angrenzenden Scheibenschachen-Spielplatz profitieren, der nicht zuletzt dank einem Zusatzkredit von 50 000 Franken durch die Ortsbürgergemeinde im letzten Jahr bereits saniert und erweitert werden konnte.

Die Investitionskosten belaufen sich insgesamt auf rund 15,5 Millionen Franken. Dieser Kredit muss allerdings noch von der Sommer-Gmeind der Ortsbürger am 6. Juni im Roggenhausen gutgeheissen werden. Geschieht dies und erfährt das laufende Baubewilligungsverfahren keine Verzögerung, so könnten laut Margrit Röthlisberger, Leiterin der Sektion Liegenschaften der Ortsbürgergemeinde Aarau, die Bauarbeiten anfangs 2017 mit dem Aushub starten. Der Bezug der neuen Wohnungen wäre dann für das vierte Quartal des Jahres 2018 geplant.

Externer Pächter für das Bistro

In einem separaten Verfahren geht es gleichzeitig um die sanfte Renovation des Schützenhauses von 1924, das in einer denkwürdigen Referendumsabstimmung 2008 vor dem Abbruch gerettet werden konnte und seit fünf Jahren unter Denkmalschutz steht. Nach dem Rückbau des ehemaligen Schiessstandes ist geplant, aus dem schmucken Haus ein Quartierbistro zu machen. Dazu braucht es einen kleinen Annex für eine Küche und für eine Bar auf der Ostseite, an der nördlich gelegenen Wand soll eine Aussenterrasse den lauschigen Sommerbetrieb garantieren. «Als Betreiber des Bistros kommt für uns praktisch nur ein externer, professioneller Pächter infrage», erklärt Margrit Röthlisberger. Hier rechnet man mit einem Aufwand von rund 1,3 Millionen Franken, nicht zuletzt als Folge der hohen Auflagen der kantonalen Denkmalpflege.

Auch dieser Kredit muss nach der öffentlichen Baugesuchsauflage am 6. Juni von der Sommer-Gmeind der Aarauer Ortsbürger erst noch abgesegnet werden. Stimmen diese zu, so rechnet Röthlisberger im besten Fall bereits im Frühling oder Sommer 2018 mit der Eröffnung des Quartierbistros an der Nahtstelle zwischen dem alten und dem neuen Scheibenschachen.