Laufsport

Urdorfer James Anneler: Von der Nikotin- zur Joggingsucht

James Anneler posiert auf seinem Balkon in Urdorf mit der Medaille vom Zürich Marathon. yst

James Anneler posiert auf seinem Balkon in Urdorf mit der Medaille vom Zürich Marathon. yst

Der Urdorfer James Anneler war mit 76 Jahren der älteste Teilnehmer am Zürich Marathon. Er schaffte den Marathon in 5:26.17 Stunden. Die Verantwortlichen haben die Finisher-Zeit vor einem Jahr auf 5:30 Stunden raufgesetzt, worüber er sich freute.

James Anneler ist den letzten Zürich Marathon in der Kategorie U70 in einer Zeit von 5:26.17,4 Stunden gelaufen. Der Urdorfer war mit 76 Jahren der älteste Teilnehmer am letzten Wochenende.

Allerdings standen die Vorzeichen nicht besonders gut. Der Bauernsohn war noch kurz vor dem Marathon erkältet und hatte sich erst kurz vorher entschlossen anzutreten. «Ich lief eher langsam, dafür bin ich ins Ziel gekommen», erklärt Anneler stolz. Auch hätte er bei Unwohlsein ohne Ehrverletzung den Marathon abbrechen können, denn: «die Gesundheit geht immer vor».

Zum Laufsport kam der frühere Lastwagenchauffeur und Begründer eines internationalen Transportunternehmens mit 300 Angestellten sinnigerweise durch gesundheitliche Probleme. Er arbeitete sehr viel und rauchte am Tag 30 Zigaretten.

Der Limmattaler erlitt eine Streifung als Folge von Überarbeitung mit 33 Jahren. Als ihm sein Arzt empfahl, sich mehr zu bewegen, lief Anneler jeden Tag – vor der Arbeit um fünf Uhr morgens und nach der Arbeit um neun Uhr abends. Er habe ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn er mal sein Training sausen lassen musste.So lief Anneler jeden Tag. Bis heute, wo er 40 Kilometer wöchentlich zurücklegt.

Der polysportive Marathonläufer

Der rüstige Limmattaler spielt auch Tennis, macht Rückentraining, Fitnessübungen vor dem Fernseher, fährt bei schönem Wetter Rad, geht mit seiner Frau spazieren und abends walken. Er sagt von sich, dass er nicht besonders ehrgeizig sei, er könne ja mit dem Sport kein Geld verdienen, also mache er dies alles nur für seine Gesundheit. «Ich habe keinen Hausarzt und nehme keine Medikamente», erklärt Anneler stolz. Da er immer noch den Car-Führerausweis besitzt, muss er regelmässig in die ärztliche Kontrolle gehen. «Ich sage ihm jedes Mal, er soll gleich alles testen, da ich sonst nie zum Arzt gehe.»

Bei der letzten Kontrolle musste Anneler dreimal in die Knie gehen, der Arzt staunte, dass sein Blutdruck danach nicht die Höhe schnellte: «Ich habe ihm dann vorgeschlagen, 30 Liegestütze zu machen», sagt der Urdorfer lachend. Nach dieser Übung gab sich der Arzt mit seinem Blutdruck zufrieden und riet ihm, ab und zu ein Glas Rotwein zu trinken.

Dass der pensionierte Lastwagenchauffeur und Unternehmer immer noch rüstig und fit ist, sieht man ihm an. Er betont auch immer wieder, dass dies für ihn das Wichtigste sei. Spezielle Ziele oder Erwartungen habe er nicht. Jedoch startet er an jedem Lauf in der Umgebung, wenn es gesundheitlich und terminlich passt. So bestritt Anneler vor dem Zürcher Marathon bereits vier Läufe im Rahmen des Züri-Lauf-Cups. Seinen ersten Marathon hatte Anneler Anfang der 1980er-Jahre absolviert. Er startete auch schon in London, New York und Berlin. Die Premiere über 42,195 Kilometer bestritt er im Schwarzwald. Seine Kollegen hatten ihn einfach mitgenommen. Von da stammt auch seine Bestzeit von 2:55 Stunden.

Auch am New York Marathon meldete er sich nicht selber an. Anneler war geschäftlich in Amerika, da alle mitbekamen, dass er laufen ging, meldeten sie ihn am Marathon an. Anstandshalber startete er dann.

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