Kein Gegenwind für seinen Tarif-Entscheid bläst dem Regierungsrat aus dem Limmattal entgegen: «Wir können mit der Basisrate von 9480 Franken leben, sie liegt innerhalb unseres Budgets», sagt Thomas Brack, Direktor des Spitals Limmattal, gestern auf Anfrage.

Das Spital liege beim Spitalkostenvergleich mit den einbezogenen Spitälern in den 40 Prozent, die unter dem Benchmark liegen. Auch für das Jahr 2013 liegt die Basisrate im Rahmen des Budgets, so Brack.

Verband klagt

Ganz anders tönt es beim Verband der Zürcher Krankenhäuser (VZK). Dort ist man schwer enttäuscht über die Festsetzung des Beitrags. «Die meisten Spitäler werden ihre Kosten für die Behandlung von allgemein versicherten Patienten und Patientinnen nicht decken können», teilt der Verband mit.

Er rechnete damit, dass der Kanton die Grenze bei 9650 Franken festlegt. Das ist jener Betrag, den die Zürcher Spitäler mit der den Krankenkassen Helsana, Sanitas und KPT vereinbart haben. Der Kanton hätte versichert, diese Preise seien «genehmigunsfähig», so der VZK.

Beträchtliche Mindereinnahmen

Die Zürcher Spitäler verweisen dabei auch auf Tarife in anderen Kantonen. In Bern (9‘870), Graubünden (bis 9929), Basel Stadt (9970), Waadt (9756), Solothurn (9750), Freiburg (9756), Tessin (9856), Obwalden (9690) und Nidwalden (9690) liegen sie 200 bis gut 400 Franken über dem Zürcher Niveau.

Bei durchschnittlich 10000 akutstationären Fällen eines Zürcher Spitals ergibt dies Mindereinnahmen im Vergleich zu einem ausserkantonalen Spital von 2 bis 4 Millionen Franken pro Jahr, rechnen sie vor.

Zürich droht mit Gang vors Bundesgericht

Verärgert ist auch die Stadt Zürich, deren Spitäler deutliche höhere Basistarife verrechnen können. Die Stadtzürcher Gesundheitsdirektorin Claudia Nielsen droht bereits mit rechtlichen Schritten. Mit der nun «deutlich zu tief angesetzten Basisrate» könnten die Spitäler ihre Betriebs- und Investitionskosten nicht mehr selbst finanzieren, lässt Nielsen mitteilen. Die Spitäler hätten die beantragte höhere Basisrate detailliert begründet und mit fundierten Zahlen belegt.

Die Gesundheitsdirektorin prüft nun gemeinsam mit den Stadtspitälern, den Regierungsratsbeschluss beim Bundesverwaltungsgericht anzufechten. (rsn/ksc)