Arbeitslosigkeit

Limmattaler Arbeitsmarkt aufnahmefähig trotz gestiegener Arbeitslosigkeit

103 Personen mehr waren im November beim RAV Dietikon gemeldet. (Symbolbild)

103 Personen mehr waren im November beim RAV Dietikon gemeldet. (Symbolbild)

Die Arbeitslosenquote ist im November gegenüber dem Oktober sowohl in der Region Limmattal wie auch im gesamten Kanton Zürich angestiegen. Gesamtschweizerisch gesehen liegen sie aber im Mittel.

Die Arbeitslosigkeit ist im November im Limmattal gegenüber dem Oktober nur leicht angestiegen: Genau sind es ein Plus von 0.2 Prozentpunkten, bei einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. 103 Personen mehr waren im November beim RAV gemeldet, teilt das RAV Dietikon mit. Es sei üblich, dass die Arbeitslosenrate in den Wintermonaten zunehme. Es gebe typischerweise weniger Jobs im Bauhauptgewerbe und in der Aussengastronomie. Im Limmattal sind jedoch im Moment viele Bauprojekte im Gange. Wohnungen und dadurch neue Arbeitsplätze enstehen vor allem in Schlieren und Dietikon.

Im RAV Dietikon sind momentan über 140 freie Stellen gemeldet, aus den verschiedensten Brachen wie beispielsweise Gastronomie, Gesundheit, Technik und Verkauf.

Vorselektionen vereinfachen Kandidatensuche

Im Kanton Zürich sind zwei Drittel aller Stellensuchenden Spezialisten und Fachpersonen. Ein Unternehmen wird vom RAV bei der Suche, der Vorselektion und der Präsentation von passenden Kandidatinnen und Kandidaten unterstützt. So erhöht sich die Chance auf ein schnelles Finden der richtigen Person. Der administrative Aufwand wird verkleinert, was vor allem Kleinbetriebe schätzen.

Wegen des neuen Arbeitslosenversicherungsgesetzes, das zum Teil die Bezugsdauer für Taggelder reduziert, erhöht sich der Druck, schnell eine Stelle zu finden. Im Durchschnitt seien die Versicherten heute weniger lange beim RAV angemeldet.

Im Kanton Zürich mehr Arbeitslose im Finanzsektor

Im Vergleich dazu stiegt im ganzen Kanton Zürich die Arbeitslosenquote im November um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Damit liegt Zürich im schweizerischen Mittel. Ende November waren 24'675 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich arbeitslos gemeldet, wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) am Donnerstag mitteilte. Dies sind 1057 Personen mehr als im Vormonat.

Rund ein Drittel des Anstiegs sei auf die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage zurückzuführen. Die Zahl der Arbeitslosen nahm im Finanzsektor um 95 Personen - davon 68 bei Banken - zu. Bei den freiberuflichen technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen waren es 80 Personen und 79 Personen bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen.

Konjunktur bleibt schwach

Auffallend sei auch die Zunahme der Arbeitslosen in der Branche Verkehr und Transport um 51 Personen. Dies könnte eine erste Folge des Konkurses der Fluggesellschaft Hello sein. Die angekündigten Entlassungen bei anderen Fluggesellschaften dürften hingegen frühestens ab Frühjahr 2013 spürbar sein.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit widerspiegle die schwache Konjunkturentwicklung im Kanton Zürich. Diese Schwäche dürfte auch im Winterhalbjahr 2012/2013 anhalten und die Arbeitslosigkeit weiter ansteigen lassen.

Die jüngsten Konjunkturdaten würden allerdings optimistisch stimmen, dass sich die Schweiz und damit auch Zürich einer eigentlichen Rezession entziehen könnten. (msu/sda)

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