Skistars
Aktualisiert am 15.02.11, um 11:31
 

Sexy Julia macht Aksel Svindal schnell

Sie ist der Feger unter den Skigirls: schön, witzig und frech. Die US-Amerikanerin Julia Mancuso gilt als Gegenstück zur Vorzeigeblondine Lindsey Vonn.
 

Die erste und schönste Gratulantin von Kombi-Weltmeister Aksel Lund Svindal (28) war Freundin Julia Mancuso (26). Für das Siegerbussi von seiner «Sexy Julia» revanchierte sich Aksel mit dem Sieger-Blumenstrauss. «Das Gold schenk ich Julia zum Valentinstag», lächelte Svindal. Mancuso hatte Aksels WM-Gold vorausgesagt. Doch statt wie vom US-Girl prognostiziert im Super-G hatte der Head-Pilot in der Kombi die Nase vorne. Dabei war bis zuletzt gar nicht fix, ob der Norweger überhaupt startet. Grund: In der Abfahrt hatte er sich bei einem Sprung am Knie verletzt, musste sogar ins Spital. Obwohl bei der Untersuchung Wasser im Knie diagnostiziert wurde, raste Svindal gestern zu seinem sechsten WM-Titel.

Das Erfolgsgeheimnis: Denken abstellen, Leistung abspulen

Die Chancen, dass Julia diesen Freitag in der Super-Kombi auf Sieg und auch in der Abfahrt am Sonntag auf Ski fährt (zumal Maria Riesch und Lindsey Vonn angeschlagen sind bzw. nicht antreten), stehen gut. Denn die besondere Stärke der schönen Julia liegt in ihrer Coolness vor den ganz wichtigen Rennen. Ihr Palmarès kann sich sehen lassen: Riesenslalom-Olympiasiegerin 2006, WM-Zweite in der Super-Kombination 2007, Olympia-Zweite in der Abfahrt 2010 und, seit Dienstag, nun auch WM-Zweite 2011 im Super-G von Garmisch-Partenkirchen. Ihre Devise ist so einfach wie genial: «Ich will einfach Skifahren, Spass haben und mein Bestes geben, ob es nun ein Grossereignis ist oder nicht», sagt Julia Mancuso.  Alex Hödlmoser, der österreichische Cheftrainer der amerikanischen Ski-Frauen, sagt: «Julia ist immer gefährlich bei Grossevents, weil sie die Fähigkeit hat, sich brutal darauf zu konzentrieren», sagt er. Der Trubel, die Anspannung, die Aufmerksamkeit, die Erwartungen, all das, was viele andere bei einer WM lähmt, lässt Julia Mancuso kalt. «Sie ist cool genug, sie berührt das relativ wenig», sagt Hödlmoser. «Viele fangen dann an, zu viel zu denken. Sie ist eine, die bei Grossevents einfach die beste Leistung abrufen kann.»

Free-Ski ist ihre wahre Liebe

Die Gelassenheit ist das eine, was ihr in Garmisch zugute kommt, die anspruchsvolle Piste das andere. Julia Mancuso ist eine Spezialistin für schwierige Strecken, und so kommt sie auch mit der harten, buckligen Kandahar prächtig zurecht. «Ich bin in Squaw Valley aufgewachsen, und wir haben da eine Menge freies Skigelände», sagt die 26 Jahre alte Amerikanerin. Das freie Fahren durchs offene Gelände macht ihr nicht nur Spass, sondern bringt auch Medaillen: In Verbier fuhr sie 2010 glatt auf den dritten Platz. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie «nur draussen» - halb in Kalifornien, halb auf Hawaii. Logisch, dass die mittlere von drei Schwestern nicht nur schon mit 3 Jahren auf den Ski stand, sondern auch mit 5 schon auf Wasserski und Surfbrett.

Schnell, gelassen, wild - und sexy ist sie auch noch. 2010 klancierte sie, pünktlich zum Start in Vancouver, eine eigene Unterwäschelinie. «Ich glaube, Unterwäsche ist meine Berufung, du kannst feminin sein - und schnell», lässt sich US-Skistar Julia Mancuso zitieren. Ob sie mit ihrer neuen Lingerie-Linie «Kiss my tiara» auch wirklich schnell auf dem Ski ist, wird sich erst noch zeigen. Feminin kommt die heisse Wäsche auf jeden Fall daher. Die Skiläuferin und Free Ski-Fahrerin liess erst mal 500 Tangas und 500 Hotpants produzieren.

Der Kontrapunkt zur braven Lindsey

Die Kalifornierin Julia Mancuso, deren Vater Ciro zweimal wegen Drogenschmuggels im Gefängnis sass, ist eine Art Gegenstück zur im Mittleren Westen aufgewachsenen, eher braven Lindsey Vonn. Die beiden gelten als Yin und Yang im amerikanischen Skisport, schon als Jugendliche fuhren sie gegeneinander, seit damals verbindet sie eine herzliche Rivalität. «Julia ist sehr natürlich, Lindsey ist eher pflichtbewusst», beschreibt die Slalomspezialistin Sarah Schleper ihre Charaktere. «Aber ich glaube, die Rivalität war immer der Schlüssel für ihre Erfolge. Sie haben sich immer gegenseitig angetrieben, bei jedem einzelnen Schritt.»

Undenkbar aber, dass sich Lindsey wie es Julia schon getan hat, ausziehen würde - es sei denn für Sports Illustrated in einem Bikini. Julia dagegen zog erst kürzlich blank. Das US-Skigirl liess für das Magazin «The Body Issue» des US-amerikanischen Sportsenders ESPN sämtliche Hüllen fallen, posiert vollkommen nackt. Auf Facebook sagte sie dazu nur: «Ich habe nichts zu verstecken.» Das Bild soll Aufmerksamkeit erzeugen für die Versteigerungsaktion von Julias Skiklamotten, die sie inklusive Nummer jährlich für einen guten Zweck versteigert. (cls)

 

 

 

(az)
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