Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Das dachte sich wohl Lolo Bertschmann, als «seine» Limmattal Wings die Qualifikation für die Masterround in der Tasche hatten. Als der Sportchef und Verteidiger im Sommer an der Generalversammlung das Wort ergriff und als Zielsetzung einen Rang unter den ersten vier formulierte, sei er von vielen Teamkollegen belächelt worden. Jetzt ist die Saison 2011/12 für den Aufsteiger vorbei – er schliesst auf dem glänzenden dritten Rang ab. Der Punktedurchschnitt pro Spiel ist leicht höher als in der zuvor erfolgreichsten Saison der Neuzeit 2003/04, welche der Verein als Vierter abschloss.
Es war nicht nur sportlich eine herausragende Spielzeit, weit wichtiger hingegen ist, dass der Kleinklub wieder eine Perspektive hat. Nach Jahren des Darbens konnte der von widrigen Trainingsbedingungen geplagte Verein echte Verstärkungen finden. Das Goalieduo Thomas Gebistorf/Fabian MeierI beispielsweise, das immer verlässlich war, manchmal auch überragend. Und vorn fiel es kaum ins Gewicht, dass B-Lizenz-Spieler Ken Walliser nur für neun Begegnungen zur Verfügung stand. Michael Frei hat dank sechs Skorer-Punkten im letzten Match gar zum Teamkollegen Cyrill Hruby an der Spitze der Skorerliste aufgeschlossen. Überhaupt: In den Top Ten der Wertung stehen nicht weniger als fünf Wings-Spieler.
Kein Derbysieg als Negativpunkt
Das verdeutlicht einerseits, dass man nicht mehr abhängig von einer Sturmlinie ist. Andererseits zeigt es auch das Manko: Die Wings können ihre Spiele fast nur in der Offensive gewinnen. Kein Wunder, dass sie am zweitmeisten Gegentreffer der Gruppe kassierten (89 in 17 Spielen). «Wir sind halt ein Spektakelteam», sagt
Lolo Bertschmann und lacht. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Insbesondere in den Derbys gegen Urdorf kam dies zum Ausdruck. Hier liegt auch der Wermutstropfen: Die Wings holten erstmals seit fünf Saisons keinen Punkt in den Vergleichen mit dem Lokalrivalen. Das Positive überwiegt aber selbst das. Am sinnbildlichsten für die Saison ist wohl, dass die Wings nach fast neun Jahren wieder zehn Treffer in einem Match erzielten. Und das gleich zweimal.
Ein Lob für die erfolgreiche Saison gab es auch aus dem Lager des Lokalrivalen Urdorf. Dessen Trainer Dani Hüni stand vorher an der Bande der Wings. Er sagt: «Die Jungs haben eine Riesenleistung vollbracht – Gratulation dazu!»