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Über zweieinhalb Stunden dauerte das spannende, teilweise hochklassige Aufeinandertreffen, ehe sich vor 40 Zuschauern die Auswärtsmannschaft schliesslich mit 6:4 durchsetzte. Lionel Weber, das grosse Talent in den Reihen der Muttenzer, hatte im zehnten und letzten Spiel gegen Roberto Negro die Möglichkeit, dem Heimteam zu einem Unentschieden zu verhelfen. Doch selbst zwei Matchbälle reichten nicht, um den ausgebufften Italiener zu besiegen.
Weber musste hinterher von seinen Teamkollegen getröstet werden. «Solche Niederlagen gehören halt zum Geschäft», erklärte Karl Rebmann. Der Rio-Star-Trainer ist überzeugt, dass sein jüngster NLA-Spieler von dieser bitteren Erfahrung noch profitieren wird: «Gute Spieler werden im Feuer geschmiedet, nicht in der Kälte.»
Negro war im Endeffekt der Matchwinner für die Luganesi, gewann er doch seine drei Einzel so-
wie das Doppel an der Seite von Landsmann Simone Spinicchia gegen Weber und Chengbowen Yang. In die Karte spielte ihm die Tatsache, dass die Muttenzer mit seiner «Antitop»-Technik nicht zurechtkamen. Der spezielle Belag – respektive das Nichtvorhandensein davon – auf einer Seite seines Schlägers ermöglichte es dem Italiener, Bälle ohne Rotation zu spielen – und seine Gegner mehrfach unvorteilhaft aussehen zu lassen.
Zufrieden trotz der Niederlage
Obwohl es der Tabellendritte verpasst hatte, näher zum starken Aufsteiger aufzuschliessen, war man im Muttenzer Lager nicht sonderlich beunruhigt. «Die Welt geht nicht unter. Lugano hat den Sieg nicht gestohlen», sagte Rebmann und fügte mit einem Lächeln hinzu: «Wir sehen uns ja in den Playoffs noch einmal!»
Der Trainer ist mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden. Auch ohne Jiashun Hu, den man als Leaderfigur in die NLB-Mannschaft abgestellt hatte, spielen die Muttenzer oben mit. «Es ist sehr erstaunlich, was unser junges Team leistet. Wir haben Luzern in Schach gehalten, in Will gewonnen und sind ohne Hu Dritter», freut sich Rebmann. Auch in der NLB präsentiert man sich besser als erwartet. «Es läuft sehr gut. Vor allem Thilo Vorherr hat sich erstaunlich schnell anklimatisiert», lobt er den Neuzugang vom TTC Pratteln. Zuletzt siegte die zweite Rio-Star-Mannschaft mit 6:4 in Neuhausen.
Bald wird das NLB-Team aber häufiger ohne Jiashun Hu auskommen müssen, denn sobald es in der obersten Spielklasse in Richtung Playoffs geht, kann man es sich nicht mehr leisten, auf den chinesischen Topspieler zu verzichten. Karl Rebmann macht sich denn auch gar nicht die Mühe, die Konkurrenz in die Irre zu führen: «Hu wird ins NLA-Team zurückkehren. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.»