Unihockey
Aktualisiert am 20.02.12, um 08:13 von Daniel Weissenbrunner
 

Meister hat die Serie gedreht

Adrian Zimmermann (o.) überspringt seinen ehemaligen Teamkollegen Pascal Haab. Letzterer hütet jetzt das Tor von Grünenmatt. Bieri/archiv
Wiler-Ersigen trennt noch ein Sieg vom Playoff-Halbfinal. Wann, ja wann gibt sich Grünenmatt endlich geschlagen, wann gehen den Emmentalern die Kräfte aus? Es ist die Kardinalfrage, welche die Anhänger von Wiler-Ersigen umtreibt. von Daniel Weissenbrunner
 

Die Antwort ist auch nach diesem Wochenende noch nicht beantwortet, wenngleich die Serie klarere Konturen erhalten hat. Nach dem 6:3-Sieg am Samstag liess die Mannschaft von Trainer Heikki
Luukkonen gestern ein 8:5 folgen und führt in der Playoff-Viertelfinalserie nun mit 3:2.

Grünenmatts Moral intakt

Applaus hallte nach Spielschluss durch die Katakomben des Sportzentrums Zuchwil. Das Team beklatschte die Ansprache ihres Trainers. Heikki Luukkonen bedankte sich für den generösen Einsatz seiner Spieler. «Das war ein ganz hartes Stück Arbeit. Grünenmatt hat uns erneut nichts geschenkt. Wir haben den Kampf aber angenommen», bilanzierte der Finne. In der Tat forderten die Emmentaler dem Meister wiederholt alles ab. Die Playoff-Achterbahnfahrt ging gestern in Spiel 5 munter weiter.

Es ist längst eine Serie zwischen Hoffen, Bangen, Verzweiflung und Ratlosigkeit. Die ersten vier Spiele zwischen dem Meister und den Grünenmattern verliefen allesamt auf Augenhöhe. Der Titelhalter durfte nach dem Sieg am Samstag immerhin darauf hoffen, dass das 6:3 Wirkung zeigen würde. Daraus wurde zunächst nichts. Die Gäste zeigten sich von der Niederlage tags zuvor nicht im Geringsten beeindruckt. Sie zogen ihr bekanntes körperbetontes Spiel auf, mit dem sich Luukkonens Team so schwertut und bislang kein wirksames Gegenrezept gefunden hatte. Die Grünenmatter hielten so im ersten Abschnitt den Rhythmus hoch und gingen mit einer 3:2-Führung in die erste Pause.

Trio mit erstem Playoff-Tor

Was sich allerdings schon am Samstag andeutete, bestätigte sich gestern, je länger die Partie dauerte. Die Emmentaler zollten dem enormen physischen Aufwand Tribut. Das Trainerduo Sykora/Hiltbrunner reduzierte den Bestand auf zwei Linien. Eine Massnahme, die sich nicht ausbezahlen sollte. Wiler-Ersigen gewann mit zunehmender Dauer die Kontrolle und kam vermehrt zu guten Chancen. Für den Umschwung waren für einmal nicht die üblichen Leistungsträger besorgt. Mit Kaspar Schmocker, Philipp Fankhauser und Olivier Hirschi erzielten gleich drei Akteure ihren ersten Treffer in den laufenden Playoffs und verwandelten 2:3 in ein 5:3.

Adrian Zimmermann in Topform

Zu den spielbestimmenden Figuren zählte bei Wiler-Ersigen erneut Adrian Zimmermann. Der Stürmer kommt immer besser in Schwung und verbuchte gestern bereits seinen neunten Skorerpunkt. Für den 27-Jährigen kein Zufall. Er schiebt vor den Playoffs jeweils Zusatzeinheiten, um in der entscheidenden Meisterschaftsphase in Topform zu sein. «Dazu gehören unter anderem Hügelläufe.»

Den nächsten Hügel kann Zimmermann bereits am kommenden Freitag erklimmen. In Sumiswald steht dann die sechste Partie auf dem Programm. «Wir werden wieder bereit sein.» Und wer weiss, vielleicht wird aus dem Steigerungslauf für Zimmermann und seine Kollegen schon bald ein meisterlicher Höhenflug.

(az)
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