Die SP-Regierungsrätin denkt dabei an die bosnisch-islamische Gemeinschaft. Diese sei ähnlich organisiert wie die katholische oder reformierte Kirche. "Über sie könnten wir zum Beispiel Fragen der Seelsorger in Gefängnissen oder Spitälern klären."

Fehr möchte damit gleich verfahren wie mit den jüdischen Gemeinschaften. Da habe das Zürcher Volk auch zwei einzelne Gemeinden anerkannt. Von diesen Gemeinschaften könne man sich beraten lassen und diese wirkten wiederum auf andere jüdische Gemeinschaften ein.

Kein Einfluss aus private Vereine

Ein verbindliches Gegenüber bei den islamischen Gemeinschaften würde laut der Justizdirektorin vieles erleichtern, beispielsweise bei Fragen zur Imam-Auswahl und -Ausbildung oder der Finanzierung von Moscheen. Heute könne kein Einfluss auf die privaten Vereine genommen werden.

Eine staatliche Anerkennung bedinge aber, dass die Muslime bereit seien, sich entsprechende Strukturen zu geben. Sie müssten die Finanzen offenlegen, Wahlstrukturen und klare Gremien schaffen. Das seien Bedingungen für alle Religionsgemeinschaften.

"Wir haben ein hohes Interesse daran zu wissen, woher die Imame kommen, welche Ausbildung sie haben, welche Richtung sie vertreten", sagte Fehr. Dafür bestehe jedoch im Moment keine Handhabe. Für sie ist jedoch klar: "Wer in einer Moschee im Kanton Zürich predigt, muss gewisse Voraussetzungen erfüllen." (sda/nch)