Künftig betreibt die Mediengruppe Druckzentren in Zürich, Bern und Bussigny. Der vierte Betrieb in Oetwil wird geschlossen, weil er sich nur 20 Kilometer von der anderen Zürcher Druckerei befindet. Die Massnahme soll die Betriebe angesichts der Überkapazitäten im Schweizer Zeitungsdruck besser auslasten, wie die Gruppe am Donnerstag mitteilte.
19 der 55 festen Angestellten in Oetwil wird gekündigt. 16 Personen bietet Tamedia eine vorzeitige Pensionierung an, 20 weitere erhalten eine Stelle in der anderen Zürcher Druckerei offeriert. 41 Temporärangestellte mit geringen Pensen werden nicht weiterbeschäftigt.
In Bussigny werden 16 Vollzeitstellen abgebaut, 4 davon mittels einer vorzeitigen Pensionierung. Um die betroffenen Mitarbeiter in Oetwil zu unterstützen, wird Tamedia ein Jobcenter einrichten. Ein Sozialplan sei vorhanden.
Gleichzeitig modernisiert die Tamedia-Gruppe die Waadtländer und Zürcher Druckereien für total rund 15 Mio. Franken. Unter anderem installiert das Unternehmen zwei Anlagen aus Oetwil in Bussigny als Ersatz für drei alte Maschinen.
Gewerkschaft fordert grosszügigen Sozialplan
Die Mediengewerkschaft comedia forderte den Konzern auf, Hand zu bieten für einen grosszügigen Sozialplan. Die geplanten Kündigungen müssten sistiert werden, schreibt die Gewerkschaft in einer Mitteilung. Der Konzern müsse mehr als nur 20 Personen einen neuen Arbeitsplatz anbieten.
comedia zeigte sich befremdet darüber, dass das Unternehmen mit den Sozialpartnern nicht über alternative Massnahmen zu Entlassungen diskutiert habe - und dies nur Wochen nach der Präsentation von sehr guten Halbjahreszahlen.