In einem offenen Brief warnt Volker Birk vom CCC davor, dass die neue Generation der E-Voting-Software immer noch nicht sicher sei. Gegenüber der «NZZ» erklärt er, dass auch das Problem der unsicheren Computer der Wähler nicht gelöst werden kann.

Eine weitere Problematik betreffe das «Phishing». Laut Birk könnte mit dem E-Voting ein Schwarzmarkt entstehen, bei dem man nicht nur Kreditkarten-Daten kaufen kann, sondern ganze Wahlergebnisse.

2011 entschied der Zürcher Regierungsrat noch, die Versuche mit E-Voting auf die Seite zu legen. Bis auf eine Testgemeinde brachen alle, den Versuch mit der elektronischen Wahl frühzeitig ab. Das System sei zu wenig genutzt worden und man hätte keine neue Wählerschichten erschliessen können, hiess es damals.

Mittlerweile habe der Bund schärfere Richtlinien für den Umgang mit der elektronischen Wahl festgesetzt. Wie der Leiter des Statistischen Amts der Kantons Zürich, Stefan Langenauer, erklärt, sei dies ausschlaggebend gewesen. Die neue Software-Version sei zudem deutlich sicherer. Mit einem Code, welchen der Wähler per Post bekommt, könne man nun überprüfen, ob die Wahl korrekt im Rechenzentrum angekommen sei.

Grund für die erneuten Bedenken des CCC sei der im Juli aufgekommene Hacker-Angriff auf das Testsystem des Genfer E-Voting Projekts. Mit einem Virus konnte der Hacker ein Ja unbemerkt in ein Nein umwandeln. Eine parlamentarische Initiative im Zürcher Kantonsrat forderte darauf ein Verbot des E-Votings. Die Abstimmung wird wohl in den nächsten Wochen im Parlament stattfinden.