Die Stadt Zürich macht ernst: Die vor ein paar Monaten angekündigten verschärften Kontrollen gegen Wucher-Vermieter werden mittels Grosseinsätzen umgesetzt.

Die Polizei befragte in drei Mehrfamilienhäusern rund 120 Bewohnerinnen und Bewohner aus sozial schwächeren Schichten.

Bei den Verhafteten handelt es sich um drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 39 und 56 Jahren. Sie stammen aus der Schweiz und dem Libanon, wie Stadt- und Kantonspolizei gemeinsam mitteilten. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren wegen Wuchers eröffnet.

Um Wucher handelt es sich laut Strafgesetzbuch, wenn die Zwangslage einer Person ausgebeutet wird und Leistung und Gegenleistung in offenbarem Missverhältnis stehen. Gewerbsmässiger Wucher wird mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zehn Jahren bestraft.

In den drei Mietshäusern an der Neufrankengasse und der Magnusstrasse deckten die Behörden zum Teil desolate Zustände auf. Dort lebten mindestens 120 Menschen, auf engstem Raum und zu überteuerten Preisen, heisst es in der Mitteilung. Die Wasser-, Strom- oder Wärmeversorgung funktionierten teilweise nicht.

Sanitäre Anlagen gab es in einem Wohnhaus lediglich in Form von Etagentoiletten, die aber auch nur teilweise funktionierten. Für ein Zimmer mit rund 10 bis 20 Quadratmetern verlangte der Vermieter eine Miete von über tausend Franken pro Monat. Ein Teil der Mietobjekte in den sanierungsbedürftigen Häusern verfügt nur über beschränktes Tageslicht. Viele der Bewohner sind Sozialhilfebezüger.

Die Feuerpolizei und das Amt für Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich hatten den Eigentümer mehrfach auf die Mängel aufmerksam gemacht. Bislang sind laut Polizei jeweils nur die nötigsten Reparaturen vorgenommen worden.

Die Zustände seien schon längere Zeit bekannt, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei. Der Polizeiaktion seien umfangreiche Abklärungen vorausgegangen.