Am Anfang stand der Ärger. Radan Dabetic regte sich fürchterlich auf, als er an einem Sommertag 2009 in Zürich einen Tennis-Platz suchte, um mit einigen Kollegen spielen zu können. Neun Anbieter rief er an – ohne Erfolg. Schliesslich gab er auf. Doch damit war eine Idee geboren, der sich Dabetic von jenem Tag an verschreibt: eine Software-Lösung zu schaffen, die Tennis-Begeisterten die Suche nach einem Court erleichtert.

Aus seinem Frust von damals entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte. Der aus Staufen AG stammende Dabetic, der zu dem Zeitpunkt im IT-Bereich arbeitete, machte sich daran, für seinen Tennisclub in Lenzburg ein Online-Platzreservationssystem zu entwickeln. Mit dabei war bald auch Anwalt Thierry Barbey, langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins und Dabetics Spielpartner zu Junioren-Zeiten. Kaum war die Software in Betrieb, kamen auch Anfragen anderer Clubs, die die Software nutzen wollten.

Dabetic erstaunte das nicht: «Für die Courts vieler privater Vereine gibt es gar kein Buchungssystem. Man kann sich erst vor Ort per Namenskärtchen auf einer Tafel einschreiben», sagt er. Das sei für die Spieler unangenehm, weil sie im Vornherein nicht wissen können, ob überhaupt ein Platz frei ist. Das Online-Reservationssystem ermöglicht es ihnen, ihre Trainings planen zu können. Für die Tennisclubs, auf deren privaten Plätzen ansonst meist nur Mitglieder zugelassen sind, birgt es im Gegenzug die Möglichkeit, ihre Courts auch für Nichtmitglieder zu öffnen und so neue Spieler auf die Plätze zu locken.

Plötzlich zeigte die Stadt Interesse

Den Durchbruch schafften die beiden, als auch die Zürcher Stadtverwaltung und der dortige akademische Sportverband (ASVZ) ihre Tennisplätze auf dem Platzreservationssystem aufschalten wollten. «Das war für uns der Moment, an dem es hiess: ganz oder gar nicht», sagt Barbey. Die beiden gründeten 2013 das Start-up «GotCourts» mit Sitz in Schlieren, um ihre Software mithilfe einer Vorfinanzierung privater Investoren weiterzuentwickeln. 2014 lancierten sie bereits eine neue Version samt Smartphone-App, mit der bald mehr als 100 Vereine ihre Plätze verwalten.

Wichtig ist für die Clubs auch der zweite Bestandteil der Software: die Spielerdatenbank. Die User des Reservationssystems erstellen ein Profil und können online nicht nur nach Courts, sondern auch nach einem geeigneten Partner für ein Spiel suchen. Dieser Service entspricht dem Zeitgeist: Tennis ist als Freizeit-Sportart sehr beliebt, die Spieler sind aber einer Vereinsmitgliedschaft gegenüber oft skeptisch. «Mithilfe unserer Nutzer-Community ergeben sich oft auch Spiele zwischen Vereinsspielern und solchen von ausserhalb. Solche erste Kontakte sind für die Clubs wichtig, um neue Mitglieder anzuwerben», ist Barbey überzeugt. Denn: Spätestens, wenn jemand Turniere spielen will, dränge es sich auf, einem Verein beizutreten.

Wie gut kennen Sie sich in der Limmattaler Tennisszene aus?

Die Limmattaler Tennismeisterschaften gehören zu den grössten Sportanlässen im Limmattal. 2018 wird ein spezielles Jahr, denn..

die Meisterschaften werden zum 50. Mal ausgetragen

Roger Federer hat seine Teilnahme angekündigt

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Das Racketsport-Mekka des Limmattals steht in Schlieren und heisst Vitis. Wann wurde es eröffnet?

1990

1950

1980

Auch die Tennisprominenz erwies dem Limmattal schon die Ehre. Letztes Jahr weilte Stan Wawrinka beim TC Schlieren. Weshalb?

Weil der Sand dort besonders gut ist

Weil er schon immer einmal das Limmattal besuchen wollte

Wegen Werbeaufnahmen

Mit Chiara Frapolli ist eine Limmattalerin in der Weltrangliste vertreten. Aus welcher Gemeinde stammt sie?

Bergdietikon

Urdorf

Unterengstringen

Der Geroldswiler Dominik Tiedt war einst Schweizer Vizemeister bei den Junioren. Für welche Partei sass er knapp sechs Jahre im Gemeinderat?

Grüne

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Schon seit den 1940er Jahren existieren in Uitikon Tennisplätze. Der erste Club, der dort spielte, kam jedoch aus der Stadt Zürich. Wie heisst er?

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70 000 User sind bereits dabei

Laut den «GotCourts»-Gründern gibt es mit der Software also nur Gewinner: die Spieler, die Vereine, die Anlagenbetreiber – der ganze Sport. «Unser Motto war schon immer: ‹mehr Tennis›. Wir wollen, dass die rund 500 000 Tennisbegeisterten in der Schweiz ihren Sport so oft und so einfach wie möglich ausüben können», sagt Dabetic.

Die zwei Jungunternehmer verbinden mit diesem Wunsch aber auch ein wirtschaftliches Interesse. Und ihr Produkt entwickelt sich gut: Rund 70 000 User benutzen die Smartphone-App und die Web-Applikation bereits und buchen darüber ihre Spielfelder bei knapp 200 im System angemeldeten Anlagen. Das reicht jedoch noch nicht für schwarze Zahlen, wie Barbey sagt. Geld bringen nämlich nur die im System aufgelisteten Anlagen ein, die für den Service 179 Franken pro Jahr und Platz bezahlen – für die User soll dieser gratis bleiben.

Das Einnahmenpotenzial in der Schweiz ist denn auch begrenzt – es existieren nur rund 920 Tennisanlagen. «Unser Ziel ist es, rund 150 000 User und 250 bis 300 Anlagen zu vereinen», sagt Dabetic. Doch die Betreiber, insbesondere Vereine mit ihren meist überalterten Vorständen, haben oft Berührungsängste mit neuen IT-Lösungen. Daher reicht das Wachstum in der Schweiz mittelfristig nicht, um dem Businessplan von «GotCourts» gerecht zu werden. Die Firma, deren Software in fünf Sprachen übersetzt wurde, expandiert nun baldmöglichst ins Ausland.

Erst wird aber die Software überarbeitet. User können künftig in nur zwei Klicks einen Platz buchen und die Miete gleich per Kreditkarte bezahlen, sofern der Betreiber der Anlage diese Funktion anbietet. «Ziel ist es, dass die Nutzer auf dem Smartphone von unterwegs einen Platz reservieren und andere Spieler aus der Datenbank herausfordern können», erklärt Barbey. Im Februar soll die neue Software aufgeschaltet werden. Spätestens dann wird die traditionsreiche Sportart also definitiv im 21. Jahrhundert angelangt sein.