Nach dem überdeutlichen Ja zur Asylgesetzrevision vom vergangenen Sonntag stehen Bundesrätin Simonetta Sommaruga und das Bundesamt für Migration vor der Umsetzung ihrer Pläne. Ein Kernelement ist dabei das geplante Testzentrum für beschleunigte Asylverfahren in der Stadt Zürich. Die Justizministerin ist optimistisch eingestellt und glaubt, das Testzentrum in einem halben Jahr eröffnen zu können.

Gegen dieses Projekt gibt es jetzt aber Widerstand aus der Bevölkerung in Zürich. Einer Kontainersiedlung für an die 500 Asylsuchende würde im Kreis 5 sicher nicht ohne Widerstand gebaut, meint Elisabeth Schoch, Mitglied des Gewerbevereins Kreis 5 Züri West. Sie rechnet mit Rekursen von langjährigen Anwohnern und örtlichen Gewerbebetrieben. Sie könne sich nicht vorstellen, dass gegen die offizielle Baueingabe niemand Rekurs einlegen werde, erklärt sie in einem Interview mit «10 vor 10».

Damit es wirklich zu grösseren Verzögerungen im Plan der Justizministerin kommen könnte, müssten die Anwohner aber über mehrere Instanzen gegen die Baubewilligung rekurrieren. Fraglich ist jedoch, wie viele Leute tatsächlich betroffen sind vom Asyltestzentrum auf dem Duttweiler-Areal, das im Industriequartier an der vielbefahrenen Pfingstweidstrasse liegt.

Zumindest auf der politischen Ebene ist Bundesrätin Sommaruga nach dem Volksentscheid abgesichert. Das Ja der Stimmbürger hat die Gemeinden entmachtet. Die Justizministerin ist überzeugt, dass ihr ehrgeiziger Plan umgesetzt werden kann, wenn die Regierung der Stadt, des Kantons und des Bundes voll und ganz hinter dem Projekt stehen.