«Unser Potenzial ist gross», sagte Parteipräsidentin Nicole Barandun am Dienstag vor den Medien in Zürich. In Sachfragen kämen die Abstimmungsempfehlungen der CVP weitaus am besten an. «Wir verstehen es, unsere Sachpolitik verständlich an die Wählerinnen und Wähler zu bringen.»

Nun gehe es darum, dieses Vertrauen in Wahlgewinne zu verwandeln. Barandun ist überzeugt, dass die Chancen dafür gut stehen: «Viele Wähler wünschen sich einen Staat, der dem Tüchtigen die notwendigen Freiräume gewährt, den Schwachen aber schützt.»

Die neunköpfige Kantonsratsfraktion werde als Brückenbauerin und nicht etwa als Mehrheitsbeschafferin geschätzt, sagte Barandun weiter. In vielen Geschäften sei es ihr gelungen, die Gräben zwischen links und rechts zuzuschütten.

Ziel ist laut Barandun eine Fraktionsstärke zu erreichen, die es erlaubt, in allen Kantonsratskommissionen mitzuwirken. Dies wäre mit 13 Mandaten der Fall. Heute ist die neunköpfige CVP-Fraktion nur in 8 der 12 ständigen Kommissionen vertreten.

«Markante Akzente»

Im 180-köpfigen Parlament sei die CVP zwar nur mit 9 Köpfen vertreten, ergänzte Fraktionschef Philipp Kutter. «Trotzdem konnten wir markante Akzente setzen». Namentlich die eingereichten Vorstösse zu den Kernthemen der Partei wie Familie, Bildung oder Gewerbe hätten etwas ausgelöst.

Kutter verwies etwa auf die markante Erhöhung der Kinderabzüge, die er als «Meilenstein» bezeichnete. Auch die Stipendienreform, welche die zuständige Kantonsratskommission derzeit bearbeite, gehe auf Vorstösse der CVP-Fraktion zurück. Dasselbe gelte für die Ende September 2014 von den Stimmberechtigten gutgeheissene Vorlage zur Schaffung von Zonen für preisgünstigen Wohnraum.

Brückenbauer brauche es auch in der Regierung, sagte Barandun. Mit Silvia Steiner verfüge die Partei über eine Regierungsratskandidatin, die nicht nur im Rahmen von «Top 5» Unterstützung geniesse. Auch in der breiten Bevölkerung werde die Staatsanwältin und Kantonsrätin geschätzt.

KESB: «Kein Präjudiz schaffen»

Sicherheit sei sicher ihr Kerngeschäft, sagte Steiner. Dazu gehörten aber nicht nur die öffentliche, sondern auch die soziale Sicherheit, Versorgung, Wirtschaft, Bildung und Kultur. Wichtig sei es, eine lösungsorientierte, unaufgeregte Politik zu betreiben.

Dies gelte auch für den «Fall Flaach» und die aktuelle Kritik an der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Obschon erst wenige Details bekannt seien, würden jetzt Forderungen nach Gesetzesänderungen laut.

Zuerst müsse man aber einmal wissen, was in den Akten stehe. «Man darf jetzt kein Präjudiz schaffen», sagte Steiner. Ein besserer Datenaustausch zwischen den Behörden sei sicher nötig. «Das Schlimmste kann man aber nie verhindern, denn der Mensch ist an sich unberechenbar.»

Ihre Wahlchancen wollte Steiner nicht kommentieren. «Meine Kristallkugel ist gestern zu Bruch gegangen», sagte sie schmunzelnd. Zudem seien Prognosen immer auch bestimmt vom eigenen Wunschdenken.