Die Schweizerinnen und Schweizer gelten als ausgesprochen reisefreudig. Es erstaunt daher nicht, dass das kantonale Passbüro am Sihlquai 253 in der Stadt Zürich stets gut ausgelastet ist. Derzeit ist es allerdings eher schwierig, dort kurzfristig einen Termin zu bekommen. Der Grund: Seit der Einführung des neuen Schweizer Passes (1. Januar 2003) sind über zehn Jahre vergangen. Weil die Gültigkeitsdauer damit abgelaufen ist, hat nun die erste Erneuerungswelle eingesetzt.

Wochenlang ausgebucht

Peter Klossner, Leiter des kantonalen Passbüros, bestätigt auf Anfrage, «dass der Andrang merklich grösser ist als letztes Jahr zur gleichen Zeit». Obschon er anfügt, dass es in dieser Jahreszeit immer mehr zu tun gebe als in den Wintermonaten: «Ostern, Frühlingsferien, Pfingsten und Sommerferien, das sind die Termine, an denen die Leute gerne verreisen.» Um dem aktuellen Ansturm gerecht zu werden, wurden dem Passbüro auf den 1. März dieses Jahres drei zusätzliche Stellen bewilligt. Insgesamt arbeiten damit 37 Personen (33 Vollzeitstellen) dort.

Eine wirkliche Entlastung ist laut Klossner indes noch nicht zu spüren. Weil die neuen Mitarbeitenden von den anderen eingeschult werden müssen, habe man in dieser Phase fast weniger Leute als ursprünglich. «Im Moment laufen wir tatsächlich am Limit, wir sind für die nächsten paar Wochen ausgebucht», bestätigt er. Termine auf die Schnelle könne man derzeit nicht garantieren.

Biometrischer Pass

Klossner ist jedoch zuversichtlich, der grossen Nachfrage gerecht werden zu können. Ähnliche Herausforderungen liegen noch gar nicht lange zurück: So musste man bereits im Jahr 2010 massiv aufrüsten personell. Damals wurde hierzulande der biometrische Pass eingeführt, der ein neues Ausstellungsverfahren erforderlich machte. Die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, damals unter der Leitung von Regierungsrat Hans Hollenstein (CVP), stockte den Personalbestand des Passbüros in der Folge um das Doppelte auf 30 Vollzeitstellen auf.

Höhepunkt erst 2015

Der Höhepunkt der Erneuerungsanträge ist noch lange nicht erreicht. Das Passbüro erwartet den Peak erst für das Jahr 2015. «Wir werden auf diesen Zeitpunkt hin noch weitere Stellen beantragen», sagt Klossner. Er ist überzeugt davon, dass die Sicherheitsdirektion auch diese Personalmassnahme gutheissen wird. «Ende 2013 werden wir eine genaue Analyse vornehmen und anhand dieser Zahlen für unser Anliegen eintreten.»

Jeder bekommt einen Pass

Besorgnis sei in der aktuellen Situation aber überhaupt nicht angebracht. «Jeder, der einen Pass braucht, bekommt auch einen.» Klossner rät den Leuten lediglich, genug früh einen Termin zu vereinbaren, «mindestens einen Monat im Voraus». Dies gehe am einfachsten und schnellsten über die Internetadresse www.schweizerpass.ch. Maximal zehn Arbeitstage beträgt die Lieferfrist des neu ausgestellten Dokuments ab dem Termin im Passbüro.

Reisen in die USA

Für die Frühlingsferien in einem Land wie der USA könnte es für Schweizerinnen und Schweizer ohne gültigen Reisepass demnach knapp werden. Zu viel Vorausplanung braucht es jedoch auch nicht: Wer erst im Herbst verreisen will, soll sich laut Klossner auf keinen Fall jetzt schon für einen Termin anmelden. «Das würde unser System weiter überreizen und das Problem unnötig verschärfen.»