Alle drei Anträge seien mit komfortabler Mehrheit abgelehnt worden, sagte Dekan Peter Fröhlicher nach der Versammlung am Freitagabend auf Anfrage. Man habe befürchtet, dass die verschiedenen Fächer der Philosophischen Fakultät aus dem Gleichgewicht geraten würden, falls die drei Fächer aus dem Verbund ausscheren würden.

Der Antrag auf Abschaffung war vom Englischen und vom Philosophischen Seminar und von den Kunsthistorikern gekommen, wie Uni-Sprecher Beat Müller zur Nachrichtenagentur sda sagte. Hauptbegründung war, dass viele Studierende an andere Universitäten ausweichen würden, wo sie ohne Latein ihren Masterabschluss machen könnten.

Auch von den Studierenden waren nicht alle einverstanden mit den Anträgen zur Abschaffung: Mit einer Petition setzten sich vor allem Philosophiestudierende für die Beibehaltung des «Latinums» ein.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten schafften die verschiedenen Universitäten in zahlreichen Fächern das Lateinobligatorium ab - für angehende Mediziner fiel es in Zürich bereits 1968.

Neben Philosophie, Englisch und moderner Kunstgeschichte gilt das Lateinobligatorium an der Uni Zürich auch weiterhin für Fächer wie Geschichte, Theologie, Archäologie und die meisten Sprachstudiengänge.