Feierlich läuten um 17 Uhr die Glocken der St.-Agatha-Kirche und von weitem sind Geissle-Chlöpfer zu vernehmen. Derweil säumten Hunderte von Zuschauerinnen und Zuschauer jeden Alters gestern Abend die Dietiker Bremgartnerstrasse in Erwartung des Chlauseinzugs. Immer näher rücken auch Trychler und Iffelen-Träger in Richtung Stadtzentrum und Kirchplatz.
Samichlaus und Schmutzli
Dann taucht aus der Dunkelheit der von Pferden gezogene Wagen auf mit Samichlaus und Schmutzli darauf. Langsam zieht der festliche Tross vor die Kirche. Dort steht ein riesiger Christbaum. Links vom Platz lodern die Flammen eines Feuers. Auch Bläser haben sich dort positioniert. Dann betritt der Samichlaus das Podest.
«Liebe Besucher von nah und fern, einmal mehr ist mir da in Dietikon ein wunderbarer Empfang bereitet worden», begrüsst der bärtige Mann mit Mithra und Stab die Gäste.
Hunderte von Lichtern hätten ihn in den dunklen Strassen der Stadt an winkenden Menschen vorbei hieher begleitet. So herzlich und froh zeige sich einmal mehr die Dietiker Bevölkerung.
Ein ernstes Wörtchen
«Ich möchte an dieser Stelle allen danken, welche sich dafür engagieren», betonte der Samichlaus. Auf die Besuche in den Familien freue er sich in den kommenden Tagen ganz besonders. Zu den Kindern gewandt sagte er: «Durchs Jahr hindurch sehe ich euch auf den Pausen- und Spielplätzen, daheim in euren Zimmern oder am Stubentisch.» Für ihn gebe es nichts Schöneres, als spielenden Kindern zuzusehen. Es sei nun seine Aufgabe, neben dem Lob bei den Besuchen ab und zu ein ernstes Wörtchen zu reden.
Schliesslich wandte sich der Samichlaus an die Erwachsenen: «Für mich ist es nicht immer so heimelig in Dietikon wie heute Abend. Denn hier hat es vor allem sehr viel Verkehr und auf jedem freien Flecken werden Häuser in die Höhe gezogen.» So frage er sich jeweils besorgt, wo denn noch Plätze für Kinder und Jugendliche blieben.
Abschliessend träumte der Samichlaus von einem riesengrossen Robinsonspielplatz und von einem neuen Pausenplatz für das Schulhaus Zentral. Ein solcher war vom Parlament abgelehnt worden.
Etwa 400 Engagierte am Umzug
Nach seinen wohlwollenden Worten beschenkte der Samichlaus Klein und Gross mit Mandarinen und Guetzli. Dann begaben sich Trychler-Gruppe, Geissle-Chlöpfer und Iffelen-Träger in den St.-Agatha-Saal zum Hörnlischmaus.
Im Warmen zog OK-Chef Pius Baggenstoss eine positive Bilanz dieses St.-Niklaus-Einzugs, an dem sich rund 400 Leute beteiligt haben. Baggenstoss: «Dieses Engagement finde ich einfach grossartig.»