Ein typischer Museumsbesuch ist das nicht. In Museen herrscht normalerweise Stille, schliesslich soll man die Objektbeschreibungen ja in Ruhe lesen können. An diesem Sonntag ist aber alles anders. Hier gibt es für einmal nicht nur etwas für die Augen, sondern vor allem für die Ohren. Schüler der Musikschule Dietikon begleiten den Museumsbesuch mit ausgewählten Stücken und machen ihn damit zu einem aussergewöhnlichen Erlebnis. Wo gibt es sonst die Möglichkeit, Fotodokumentationen und Objekte aus früheren Zeiten zu bestaunen, während im selben Raum ein Konzert im Gange ist?

Kultur im Doppelpack

Beim halbstündigen Rundgang durch fünf Zimmer des Ortsmuseums Dietikon merkt man, wie gut dieser Mix aus Musik und Geschichte eigentlich zusammenpasst. In jedem Zimmer spielen kleine Gruppen von Musikschülern ein Lied und untermalen den Museumsbesuch mit Variationen der leisen Töne.

Museen und Musikschulen tragen viel zum kulturellen Leben der Gemeinden bei. Ortsmuseen dokumentieren das historische Geschehen der Region und bieten Anschauungsmaterial zu unzähligen Themen. Musikschulen bilden Kinder und Jugendliche aus, organisieren aber auch örtliche Konzerte. Wieso also nicht Museen mit Musik beleben oder aber Musik mit Ausstellungsobjekten ergänzen?

Viel Anklang

Dies dachten sich auch die Kulturverbände «muse-um-zürich» und «Zürcher Musikschulen» und stellten letztes Jahr das Projekt «Klingende Museen» auf die Beine. Die Idee fand bei Museen, Musikschulen und Besuchern viel Anklang, weshalb das Projekt nun zum zweiten Mal durchgeführt wurde. Für Dietikon war es die Premiere. Und die war so erfolgreich, dass das Museum bestimmt auch nächstes Jahr wieder erklingt.