Bis zu 3000 Hunde sollen im geplanten Hundeheim – genannt «Dog Town» – Platz finden, mehrere zehntausend laufend kastriert und medizinisch versorgt werden. Für dieses Grossprojekt sammeln Josef und Silvia Zihlmann, die Limmattaler des Jahres 2014, derzeit über die Crowdfunding-Plattform Startnext.com Spenden: «Mit dem Kauf der ehemaligen Hühnerfarm würden sich auf einen Schlag viele Missstände für rumänische Strassenhunde in Luft auflösen», so der ehemalige Bezirkstierarzt Josef Zihlmann. Dafür braucht das Weininger Ehepaar rund 114 000 Franken. Mit diesem Geld wären die ersten drei Monatsmieten und das Depot gesichert. Zentral dabei sei, dass «Dog Town» nur eine Zwischenstation für die Hunde sei, sagt Zihlmann: «Ziel ist es nicht, die Anlage mit Hunden zu füllen, sondern Streuner medizinisch zu versorgen und danach an rumänische oder europäische Tierfreunde zu vermitteln.»

Die mehrere Hektare grosse Anlage, zu der auch ein Wohnhaus mit sechs Wohnungen gehört, war erst eine Hühnerfarm, dann, bis im November 2014, ein Hundeheim, in dem zuletzt jedoch Hunderte von Tieren umgebracht wurden. Der Grund: Die Besitzer gerieten in finanzielle Schwierigkeiten. Im Internet erfuhr Silvia Zihlmann von dieser leerstehenden, jedoch voll auf die Bedürfnisse von Hunden ausgerüsteten Anlage, die sich nur wenige Kilometer entfernt von der rumänischen Hauptstadt Bukarest befindet.

Zeit bis zum 31. Januar

Bis gestern Abend kamen in nur wenigen Wochen auf der Crowdfunding- Plattform rund 50 000 Franken zusammen. Noch bleibt den Zihlmanns und ihrem Partner, dem rumänischen Tierrechtler Claudiu Dumitriu, noch bis zum 31. Januar Zeit, um das Geld zusammenzubekommen. Dann endet die Aktion. Werden die angestrebten 114 000 Franken nicht erreicht, erhalten die Spender ihr Geld zurück und der Traum vom Tierschutz-Grossprojekt wäre geplatzt.

Angenommen der Betrag kommt zusammen – wie gedenken die Zihlmanns ihre Mega-Hundeanlage nach den ersten drei Monaten weiterzuführen? Deckt dieses Geld doch nur die Mietkosten für diesen Zeitraum. Die Idee ist nicht, dass Starromania das «Dog Town» führt und sich somit um die Tiere kümmert: «Wir wollen mit verantwortungsvollen Verwaltern und mit mindestens sechs Organisationen zusammenarbeiten, die sich im ‹Dog Town› einmieten und dort Strassenhunde vorübergehend aufnehmen, versorgen und vermitteln», so Silvia Zihlmann. «Uns geht es primär darum, einen Lösungsansatz aufzuzeigen, ein Modell, das funktioniert», ergänzt Josef Zihlmann. Für den Zeitraum danach komme das Projekt sicherlich nicht ohne Grosssponsor oder viele kleinere Sponsoren aus. Das Fernziel wäre der Kauf der gesamten Anlage, wobei allein die Liegenschaft rund 2 Millionen Franken kosten würde. Die Zukunft wird zeigen, wie das «Dog Town» am besten geführt wird.

Dog-Town

Was, wenn es klappt?

Die beiden Weininger beschäftigt derzeit die Frage, mit welchen Organisationen sie in «Dog Town» zusammenarbeiten würden. «Durch unsere Arbeit sind wir in Rumänien gut vernetzt und sind daher zuversichtlich, an die richtigen Menschen zu gelangen», so Silvia Zihlmann. Doch gebe es nach wie vor viele schwarze Schafe. Auch stellen sich die beiden die Frage, was es für sie bedeuten würde, wenn der grosse Betrag tatsächlich zusammenkommt. «Vor der Arbeit, die dann auf uns zukommen würde, haben wir wirklich einen riesengrossen Respekt», so Josef Zihlmann.

Denn die regulären Aktivitäten von «Starromania» ruhen keineswegs. So betreiben Zihlmanns weiterhin ein Tierheim in Georgheni, wo Hunde geimpft, kastriert und mit einem Chip versehen werden. Weiter wurden durch «Starromania» bereits rund 400 Hundehütten aus Holz finanziert, welche an verschiedene Tierheime und Privatpersonen verteilt wurden. «Mit dem Einzug des Winters sind bereits wieder die ersten Hunde erfroren», so Josef Zihlmann. Der beauftragte rumänische Schreiner arbeite mit Hochdruck an neuen Hundehütten.

Auftritt im deutschen Fernsehen

Das Ehepaar Zihlmann rief «Starromania» im Jahr 2013 ins Leben, als das rumänische Parlament ein Gesetz verabschiedete, das das Einsammeln und Töten von Strassenhunden erlaubte, wenn diese innerhalb von zwei Wochen von niemandem beansprucht werden. In der Folge dieses Beschlusses spielten sich tragische Szenen in rumänischen Hundeheimen ab, da die Streuner meist nicht fachmännisch eingeschläfert wurden oder durch Hitze oder Kälte zu Tode kamen. Die Arbeit für das Weininger Ehepaar nicht getan. Noch immer sind die meisten rumänischen Tierheime mit zu vielen Hunden belegt und bieten diesen eine nicht artgerechte Unterbringung.

Inzwischen wurde auch das deutsche Fernsehen auf die Zihlmanns aufmerksam. «Am 24. Januar wird im Rahmen von ‹Tiere suchen ein Zuhause› im Westdeutschen Rundfunk eine Dokumentation über uns ausgestrahlt. Darüber freuen wir uns», sagt Silvia Zihlmann.

Starromania